Spielen mit Blick auf den Müllplatz. (Leserbrief zum „Sonntagsfrühstück am Müllspielplatz“, BZ 23.7.15)

Ich nehme Bezug auf den am 21.07.15 in der BZ-Freiburg-Stadt auf Seite 28 veröffentlichten Artikel über die Situation zweier Spielplätze in Freiburg Weingarten.

Viele Eindrücke hat es bei mir hinterlassen, dass Protestfrühstück vor dem Hochhaus Krozinger Strasse 52. Es waren eigentlich gute Rahmenbedingungen anzutreffen: Leckerer Kaffee, frische Brötchen, angenehme Temperaturen, freundliche Menschen und dazu passende schöne Livemusik. Daneben einen interessanten Abenteuerspielplatz und ziemlich nahe einen Spielplatz für die Kleineren. Doch halt etwas störte gewaltig, ja es machte mich fassungslos: Stinkender Müll, aufgerissene Mülltüten, der Unrat teilweise verstreut und überladen und das direkt zwischen zwei Spielplätzen. Befremdlich empfand ich offen zugängliche Müllhäuschen, dem gegenüber jedoch ein abgeschlossener Abenteuerspielplatz. Umgekehrt wäre es für die Kinder sicher besser, dachte ich. Als Vater inzwischen erwachsener Töchter stimmte mich das sehr traurig weil mir bewusst wurde mit welchen Zuständen die Kinder in ihrem Wohnumfeld konfrontiert werden und was sie gezwungenermaßen als Standard akzeptieren müssen. Der Soziologe Professor Baldo Blinkert erforschte die Aktionsräume von Kindern in 5 Städten und kam zu dem Ergebnis, dass Aktionsräume für die Lebensqualität der Kinder und deren Entwicklung ausgesprochen wichtig und prägend sind. Die Kinder sind unsere gesellschaftliche Zukunft. Sie sollen lernen Verantwortung zu übernehmen und sich als starke Persönlichkeiten in der Gesellschaft entwickeln. Dafür brauchen sie aber angemessene Rahmenbedingungen die in dem beschriebenen Umfeld nicht gegeben sind.

Liebe Verantwortlichen der Freiburger Stadtbau und der Kommunalpolitik: Sorgen sie dafür, dass der Müllplatz schnellstmöglich umgesetzt wird und aus dem Blickfeld der Kinder verschwindet!

Reiner Pöhl, Freiburg-Weingarten

19.07.2015 Sonntagsfrühstück am „Müllspielplatz“

Am 19. Juli 2015 trafen sich etwa 25 bis 30 Menschen zu einem Sonntagsfrühstück. Kinder in der Krozinger Str. in Freiburg-Weingarten müssen immer noch auf zwei Spielplätzen spielen, die direkt (!) an einem Müllplatz liegen. Es ging darum, auf diese immer noch unerträgliche Situation für Kinder aufmerksam zu machen. Dies mit Musik, Information, Gesprächen, Kaffee und Brötchen. Das gute Wetter und gute Musik sorgten für gute Stimmung. Höhepunkt dieses Sonntagmorgens war der Bericht von Prof. Dr. Baldo Blinkert, Soziologe an der Universität Freiburg, über seine Studie zu Aktionsspielräumen von Kindern in verschiedenen Städten Baden-Württembergs. Der Titel:  Baldo Blinkert / Peter Höfflin / Alexandra Schmider / Jürgen Spiegel: „Raum für Kinderspiel!“. Eine Studie im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes über Aktionsräume von Kindern in Ludwigsburg, Offenburg, Pforzheim, Schwäbisch Hall und Sindelfingen. Lit Verlag Berlin 2015, FIFAS Schriftenreihe.

Zur weiteren Information:

(1) Das Flugblatt mit Informationen und Einladung zum „Sonntagsfrühstück am Müllspielplatz“:
bi4w Flugblatt : Einladung zum Sonntagsfrühstück 19-07-2015

(2) Beitrag zum aktuellen Stand der Diskussion
bi4w Beitrag zum Sonntagfrühstück am Müllspielplatz 19.07.2015

(3) Links zu öffentlichen Reaktionen:

Badische Zeitung:
http://www.badische-zeitung.de/freiburg-suedwest/spielen-mit-blick-auf-den-muellplatz–108055610.html

Homepage Freiburg Lebenswert (auch „tägliche Pflichtlektüre fürs Rathaus“ genannt), Text von Michael Managò:
http://freiburg-lebenswert.de/muellplatz-zwischen-zwei-spielplaetzen/

4) Leserbrief Reiner Pöhl, Badische Zeitung vom 25.07.2015:
http://www.badische-zeitung.de/leserbriefe-freiburg/leserbriefe-xuplvv2yx–108311010.html

(4) einige Fotos:

Prof. Baldo Blinkert: „Sauberkeit ist das Mindeste“; neue Studie

Prof. Dr. Baldo Blinkert am 30.05.2015 an bi4w:

– „Sauberkeit ist das Mindeste“

– „Wohnumfeld (ist wichtig) für die Lebensqualität und für die Entwicklungschancen von Kindern“

– „Sind die Ressourcen der Familie ungünstig, dann reproduziert sich das in einer für Kinder

schlechten Aktionsraumqualität. So scheint das auch in Weingarten zu sein.“

 

Sehr geehrte bi4w,

ich bin entsetzt, wie wenig dafür getan wird, dass Kinder

in Weingarten über einen zumindest sauberen Spielplatz

verfügen – dabei ist Sauberkeit das Mindeste, wichtig sind

auch andere Aspekte, die Kinder zu einem kreativen Spielen

ermuntern und ihnen das auch ermöglichen. Wir haben gerade

eine Studie* abgeschlossen, in der wir zeigen konnten, wie

wichtig das Wohnumfeld für die Lebensqualität und für die

Entwicklungschancen von Kindern ist. Wir konnten auch

zeigen, dass ein für Kinder günstiges Wohnumfeld nicht

zufällig in den Städten verteilt ist. Es gibt den bekannten

Selektionseffekt: Sind die Ressourcen der Familie

ungünstig, dann reproduziert sich das in einer für Kinder

schlechten Aktionsraumqualität. So scheint das auch in

Weingarten zu sein. Ich wünsche Ihnen Standfestigkeit und

Erfolg bei Ihrem Engagement.

Herzliche Grüße

Baldo Blinkert

On Fri, 29 May 2015 19:05:11 +0200
bi4w <bi4w@gmx.de> wrote:
_____________________________________________________
Prof. Dr. Baldo Blinkert
Uni Freiburg – Institut für Soziologie
Rempartstr. 15, 79085 Freiburg
internet:
http://www.soziologie.uni-freiburg.de/personen/blinkert
Freiburger Institut für angewandte Sozialwissenschaft
(FIFAS)
Erasmusstr. 16, 79098 Freiburg
Tel. 07664 501220

* Literaturangabe zur erwähnten Studie:

B.Blinkert et al.: Raum für Kinderspiel!, Berlin 2015.
Das Buch ist für rund 20€ im Buchhandel erhältlich und zu
einem noch günstigeren Preis beim Deutschen
Kinderhilfswerk, Berlin, das auch die Studie gefördert hat.

März bis Juli 2015: Unsere Briefe ans Rathaus und an die Stadtbau

Wir stehen in Korrespondenz mit Frau Bürgermeisterin Gerda Stuchlik, Herrn Bürgermeister Prof. Dr. Martin Haag, Herrn Dennis Voss von der Freiburger Stadtbau sowie einzelnen Stadträten.

Frau Stuchlik hat uns am 22.04.2015 und am 21.05. 2015 geantwortet. Leider hat sie uns keine ausdrückliche Genehmigung zur Veröffentlichung ihrer Briefe auf unserer Homepage gegeben. In unseren Antwortschreiben und Stellungnahmen werden jedoch die wesentlichen Teile aus ihren Briefen zitiert, sodass sich die Leser/innen doch ein Bild von ihren Briefen machen können.

Hier finden Sie unsere Brief an

– BMin Stuchlik vom 31.03.2015, vom 16.05.2015 und vom 25.05.2015

­– BM Haag vom 25.05.2015 und vom 05.07.2015

– Hr. Voss / Stadtbau vom 16.05.2015.

Brief an Herrn Voss von der Freiburger Stadtbau vom 16.05.2015

bi4w – Bürgerinnen und Bürger initiativ für ein gutes Leben in Weingarten

E-Mail: bi4w@gmx.de

Freiburg – Weingarten, 16.05.2015

Kinderspielplatz an der Krozinger Straße 52 in Freiburg–Weingarten
(sog. „Müllspielplatz“)

 

Sehr geehrter Herr Voss,

wir haben uns vor einer Zeit bei einer Veranstaltung zum Perspektivplan Freiburg – wenn auch nur kurz – gesprochen.

Sie haben darum gebeten, Ihnen die Pläne zu schicken, die wir am Technischen Rathaus erhalten haben, die aber auch öffentlich einsehbar sind, wenn man sich mit der Suche danach im Internet etwas auskennt.

Das soll hiermit endlich geschehen. Es tut mir leid, dass wir so lange gebraucht haben. Es sind aktuelle Pläne vom März 2015. Wir schicken Sie Ihnen auf Papier, weil zur Zeit unser Scanner streikt.

Die gelb markierte Fläche ist im Besitz der Stadt Freiburg, die anderen Flächen sind im Besitz der Freiburger Stadtbau. Wir denken, dass die Pläne – entgegen der bei der Begehung am 03.03.2015 geäußerten Behauptung – zeigen, dass die Eigentumsverhältnisse bei der Krozinger Str. 52 sehr überschaubar sind und dass die Freiburger Stadtbau deshalb, bezüglich des Grundstücks, vollen Handlungsspielraum hat, was die mögliche Realisierung unseres Lösungs- / Verlegungsvorschlags angeht.

Wir wollen Sie noch darauf hinweisen, dass die Initiative bi4w am Wochenende einen Antwortbrief an Frau Bürgermeisterin Stuchlik schickt. Dieser Brief wird zudem verschiedenen Akteuren zugehen, die sich mit der Sache befasst haben bzw. nach Hinweisen, die bei uns eingegangen sind, damit noch befassen sollten; auch Frau Stuchlik hat ihren Brief an uns an verschiedene Adressaten schicken lassen.

Unser Brief wird – so denken wir – spätestens Montag auch in Ihrem E-Mail-Fach landen. Wir wollen ja möglichst transparent arbeiten.

Nicht zuletzt hoffen wir, damit Ihre Arbeit bei diesem Thema zu erleichtern.

Ihnen alles Gute,

mit freundlichen Grüßen

Konrad Braun
Sylvia Freudling

Brief an Bürgermeister Haag vom 25.05.2015

bi4w – Bürgerinnen und Bürger initiativ für ein gutes Leben in Weingarten
E-Mail: bi4w@gmx.de

Freiburg – Weingarten, 25.05.2015

Herrn

Bürgermeister Prof. Dr. Martin Haag
Stadtentwicklung und Bauen, Tiefbau mit Verkehrsplanung, Stadtgrün, Gebäudemanagement

Per Mail: dez-V@stadt.freiburg.de

Kinderpielplatz an der Krozinger Straße 52 in Freiburg – Weingarten
(sog. „Müllspielplatz“);

Sehr geehrte Herr Bürgermeister Prof. Dr. Haag,

der Badischen Zeitung vom 23. Mai 2015 entnehmen wir sehr erfreut Ihren Satz anlässlich der Einweihung des neu gestalteten Spielplatzes am Haierweg im Quartier Haid: „Die Stadt braucht Platz für Kinder.“

Das trifft sich sehr gut.

Denn wir beschäftigen uns seit letztem Sommer mit dem unhaltbaren Zustand von zwei Spielplätzen an der Krozingerstr. 52 in Freiburg – Weingarten. Das Problem ist, dass diese beiden Spielplätze unmittelbar an den Müllplatz angrenzen.

Gewaltige Müllmengen von 122 Haushalten müssen dort deponiert werden: direkt zwischen den beiden Spielplätzen!

Die Müllgefäße sind – nach unserer schon viele Monate andauernden Beobachtungen – zu klein, zahlenmäßig nicht ausreichend, und das Müllhäuschen kann die ganze Menge gar nicht fassen. Auch häufigeres Leeren und Aufräumen haben keine Verbesserung gebracht.

Kurz: Das führt – pädagogisch, ästhetisch und in jeder denkbaren Hinsicht – zu einem unerträglichen Zustand. Diesen haben wir auf unserer Homepage immer wieder dokumentiert.

Doch geht es nicht nur um das Thema Müll, sondern zuerst und vor allem darum, dass auch die Kinder Weingartens nicht so direkt und so nah am Dreck aufwachsen müssen. Es geht um das Thema Missachtung von Kindern.

Warum wenden wir uns nun an Sie? Wir wollen Sie

  1. über die Lage vor Ort informieren,
  2. über den Stand der Kommunikation mit Frau Bürgermeisterin Stuchlik (die ja mit ihrem Dezernat für die beiden Aspekte Abfall und Kinder und Jugendliche zuständig ist) informieren, die uns wegen einiger Punkte an Sie verwiesen hat, und
  3. Sie um Mithilfe bei der Lösung des Problems bitten, insoweit Ihr Dezernat hier einen Beitrag leisten kann.

Zu 1:

Zuerst zu Ihrer Orientierung einige Bilder zur Lage:

– Fotos vom 03.05.2015:
https://bi4w.wordpress.com/2015/05/24/03-05-2015-an-einem-sonntag-im-mai/

– Fotos vom 05.04.2015 Ostersonntag:
https://bi4w.wordpress.com/2015/04/07/05-05-2015-ostersonntag-am-mullspielplatz/

– Fotos vom 01.03.2015:
https://bi4w.wordpress.com/2015/03/02/01-03-2015-die-situation-nach-einem-halben-jahr/

– Fotos vom 27.09.2014 beim Kinderfest zum 25. Jahrestag des Forum Weingarten:
https://bi4w.wordpress.com/2014/10/03/test-galerie-keinderfest/#jp-carousel-214

– Fotos vom 08.08.2014:
https://bi4w.wordpress.com/2014/08/08/fotos-vom-mullspieplastz/

Zu 2:

Zur Lösung des Problems stellen (nicht nur) wir fest:

– Eine etwaige „kosmetische“ Verbesserung des jetzigen Metallgitterhäuschens, z.B. durch Holzverkleidung o.ä., ist keine Lösung. Es wäre immer noch ein Müllplatz direkt zwischen zwei Spielplätzen.

– Auch eine häufigere Leerung und Aufräumarbeiten haben keine Besserung gebracht. Unsere Dokumentation zeigt eher das Gegenteil.

– Also: Der Müllplatz muss verlegt werden.

Hierzu haben wir einen Vorschlag ins Gespräch gebracht, den wir auch Frau Bürgermeisterin Stuchlik in unserem Brief vom 16.05.2015 mitgeteilt haben. Er sieht folgendermaßen aus:

Am westlichen Rand des neu gebauten Radwegs, beginnend etwas nach dem nördlichen Ausgang aus der neuen Unterführung (unter der Opfinger Straße) bis zum Ende des Stadtbaugrundstücks bzw. bis zur Grenze des Grundstücks der Stadt (auf dem der Abenteuerspielplatz liegt) können entlang dieses Radwegs Häuschen für Müll aufgestellt werden: ansprechend, blickdicht, belüftet und in ausreichender Größe wie in der Bugginger 2, Bugginger 50 und im Binzengrün 9. Platz ist hierfür wohl genug vorhanden.

Die Häuschen wären für die Bewohner der Krozinger Str. 52 gut erreichbar und gleichzeitig weit genug von diesem Hochhaus entfernt, um den Müll nicht direkt vor der Nase zu haben; diese Müllhäuschen wären weiter vom Hochhaus Krozingerstr. 52 entfernt als die Müllhäuschen der Bugginger Straße 2, Bugginerstr. Str. 50 und Binzengrün 9 von den dazugehörigen Hochhäusern und auch von den Häusern der benachbarten Siedlung Katharina-von Bora-Staße; hier gibt es keine Klagen über etwaige Geruchsbelästigung;

soziale Kontrolle durch die Bewohner der Krozingerstr. 52 (ggf. auch technische Kontrolle mit Kameras) wäre dort sehr gut möglich.

Die Wiese zwischen Radweg und dem Haus Krozinger Straße 52 könnte trotzdem für Freizeitaktivitäten genutzt werden (für Grillen, Spielen u.a.) wie es etwa auch im Binzengrün 9 der Fall ist, wo solche Häuschen (ansprechend, blickdicht, belüftet) für Fahrräder und Müll ebenfalls auf der Wiese stehen.

Unsere Recherchen beim Technischen Rathaus / Grundbucheinsichtsamt haben darüber hinaus ergeben, dass die Eigentumsverhältnisse nicht kompliziert sind und die Stadtbau voll handlungsfähig ist.

Zu diesem Vorschlag weist uns nun Frau Bürgermeisterin Stuchlik in ihrem Brief an uns vom 21.05.2015 „darauf hin, dass … Nutzung bzw. Umwidmung von Grundstücken nicht in die Zuständigkeit des Umweltdezernates fallen. Hier bitte ich Sie um Kontaktaufnahme mit dem Dezernat V., Stadtentwicklung und Bauen.“

Zu 3:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Haag, wir wenden uns nun an Sie mit der Bitte,

  1. die von Frau Bürgermeisterin Stuchlik angesprochenen Punkte ggf. klären zu helfen,
  2. mit baufachlich kompetenten Vertretern Ihres Dezernates, mit Landschaftsarchitekten oder ähnlich kompetenten Berufsgruppen, das Problem zu beraten und von ihnen ggf. einen Vorschlag für evtl. erforderlich werdende bauliche Maßnahmen zu erbitten,
  3. zu prüfen, ob die Beseitigung des dargestellten unerträglichen Missstandes in der Krozinger Str. im Rahmen des in der Badischen Zeitung vom 23.05.2015, S.36 erwähnten Programms zur Sanierung von Kinderspielplätzen möglich ist, und
  4. uns ggf. weitere Punkte (die Nicht-Experten nicht unbedingt geläufig sind) zu nennen und uns auf evtl. notwendige Kontaktaufnahmen hinzuweisen.

Darüber hinaus: Kurz vor Versand dieses Briefes erfahren wir, dass die Stadtbau darüber nachdenkt, einen Architekten mit der konkreten Ausarbeitung unseres o.g. Vorschlags zu beauftragen. Wir bitten Sie, diese Entwicklung tatkräftig zu unterstützen, damit hierbei eine wirklich ernsthafte Prüfung zustande kommt.

Über unsere Kommunikation mit Frau Bürgermeisterin Stuchlik sind die Fraktionen des Gemeinderats sowie die Mitglieder des Bau- und des Kinder- und Jugendhilfeausschusses informiert. Dieses Schreiben schicken wir – entsprechend Hinweisen aus dem Gemeinderat – zur Information in Kopie an die Mitglieder des Bauausschusses des Gemeinderates.

Da wir keine Landschaftsplaner oder Architekten sind, beanspruchen wir selbstverständlich nicht, dass unser Vorschlag der beste und einzige ist. Für gründlich überlegt halten wir ihn allerdings schon. Ggf. sind wir natürlich gespannt auf geeignete neue Vorschläge.

Wir freuen uns über Ihr Engagement: „Die Stadt braucht Platz für Kinder.“

Im Fall der beiden Spielplätze an der Krozinger Str. ist es speziell so, dass es zwei schöne Plätze gibt, deren Qualität durch den Müllplatz aufs Äußerste gestört ist, und deren Qualität durch die Verlegung des Müllplatzes wiederhergestellt werden kann.

Wir freuen uns auf Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen

Zoran Misic • Jessica Misic • Bertold Metz

Beate Pöhl • Reiner Pöhl • Sylvia Freudling

Konrad Braun • Carina Pöhl • Elena Pöhl •

Matthias Freudling-Braun • Volker Radimirsch • Susanne Drost •

Patricia Busta • Hadi Parvizi • Brigitte Mark •

Sina Mark • Michal Grman • Dr. Monica Dragomir

Harald Pawellek • Martina Pawellek

 

Brief an Bürgermeisterin Stuchlik vom 25.05.2015

bi4w – Bürgerinnen und Bürger initiativ für ein gutes Leben in Weingarten
E-Mail: bi4w@gmx.de

Freiburg – Weingarten, 25.05.2015

Frau

Bürgermeisterin Gerda Stuchlik
Umwelt mit Forst und Abfallwirtschaft, Jugend, Schule und Bildung

Per Mail: dez-II@stadt.freiburg.de

Kinderpielplatz an der Krozinger Straße 52 in Freiburg – Weingarten
(sog. „Müllspielplatz“);

Ihr Schreiben vom 21.05.2015

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Stuchlik,

vielen Dank für Ihr promptes Antwortschreiben vom 21.05.2015. An Ihr Angebot zur „konstruktiven Zusammenarbeit“ knüpfen wir gerne an.

Direkt zu Ihren Bemühungen in Richtung einer Lösung:

1) Sie verweisen erneut (wie schon am 22.04.) auf „zwischen der ASF GmbH und der Freiburger Stadtbau (FSB) geführten Gespräche“. – Doch wie oft haben wir – schon im letzten Herbst immer wieder, dann Anfang Dezember 2014 zur Sitzung des sog. „Quartiersrates“ und wieder Ende Januar und dann im Februar – von angekündigten, beabsichtigten, schon stattgefundenen Gesprächen zwischen diesen beiden Akteuren gehört! Es blieb dabei leider oft auch in der Schwebe, ob diese Gespräche stattfinden sollen, werden oder stattgefunden haben – oder was auch immer.

Verstehen Sie, dass wir uns jetzt mit einem neuen Hinweis Ihrerseits auf solche „Gespräche“ nicht begnügen können? Und dass wir endlich einmal auch von Ergebnissen (sofern es diese gibt, was wir stark bezweifeln) hören wollen?

2 ) In Ihrem Brief sprechen Sie „bei bestimmten Objekten“ von „zusätzlichen Reinigungsarbeiten“ und „flächendeckender Quartiersreinigung“. Diese geplanten „modellhaften Maßnahmen“ finden an dem sog. „Müllspielplatz“ (wie uns immer wieder versichert wurde) schon seit Längerem statt. – Auch Sie hatten uns ja bereits in Ihrem Brief vom 22.04.2015 darauf hingewiesen, „dass die ASF GmbH sich … bereits für eine Verbesserung der Situation einsetzt“.

Doch wie regelmäßige Inspektionen unsererseits (besonders zu einschlägigen Spielzeiten etwa am Sonntag, auch seit dem häufigerem Leeren und Aufräumen des Müllplatzes) sehr deutlich zeigen: Ohne jeden Erfolg – so ist es, definitiv, trotz gegenteiliger Behauptungen. Die Lage hat sich leider keinesfalls verbessert! Ja, wenn wir unsere Fotos über die jetzt ca. zehn Monate vergleichen, eher verschlechtert.

Bitte vergewissern Sie sich noch einmal, wovon wir miteinander reden!

Wir verweisen hierzu auf die für jedermann und jede Frau einsehbaren eindrücklichen Bilder zur Lage:

– Fotos vom 03.05.2015:
https://bi4w.wordpress.com/2015/05/24/03-05-2015-an-einem-sonntag-im-mai/

– Fotos vom 05.04.2015 Ostersonntag:
https://bi4w.wordpress.com/2015/04/07/05-05-2015-ostersonntag-am-mullspielplatz/

– Fotos vom 01.03.2015:
https://bi4w.wordpress.com/2015/03/02/01-03-2015-die-situation-nach-einem-halben-jahr/

– Fotos vom 27.09.2014 beim Kinderfest zum 25. Jahrestag des Forum Weingarten:
https://bi4w.wordpress.com/2014/10/03/test-galerie-keinderfest/#jp-carousel-214

– Fotos vom 08.08.2014:
https://bi4w.wordpress.com/2014/08/08/fotos-vom-mullspieplastz/

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Stuchlik, da die „geplanten … Maßnahmen“ am sog. „Müllspielplatz“ modellhaft schon jetzt weitgehend umgesetzt werden, können wir schon jetzt sehen, was sie taugen: Sie haben sich – ausweislich der Dokumentation – schon jetzt sichtbar als praktisch gescheitert erwiesen! Frau Bürgermeisterin, wir fürchten also sehr und wohlbegründet: Sie setzen auf ein totes Pferd.

Verstehen Sie, dass wir Sie – und natürlich auch uns! – vor solchen scheineffektiven Fehlinterventionen bewahren wollen?

Ggf. wäre natürlich zudem beim Vermieter darauf hinzuwirken, dass dieser seine Kunden / Mieter zum nötigen Verhalten veranlasst. Auch Kontrolle könnte wichtig sein.

3) Drei Bemerkungen zu Ihrem Hinweis auf die Information durch Herrn Broglin auf der Mitgliederversammlung beim „Bürgerverein Weingarten“ sowie zu Ihrem Hinweis auf dessen „Ankündigung“ in der Badischen Zeitung vom 24. April 2015:

– Die BZ (in der online-Ausgabe) erwähnt dort in 3 ½ (!) von ca. 25 Zeilen diese „Ankündigung“ des „Müll-Konzepts für den Stadtteil“. Ist das für Sie eine ausreichende Information der Bürgerinnen und Bürger Weingartens in der Sache?

– Selbstverständlich begrüßen wir Informationsveranstaltungen wie die beim Bürgerverein (bei der etwa 50 von ca. 160 Mitgliedern bzw. von 10751 Bewohnerinnen und Bewohnern Weingartens anwesend waren). Auch das ist keine sehr weit reichende Information der Bevölkerung. – Doch, wo auch immer „geplante … Maßnahmen“ vorgestellt werden oder entsprechende „Ankündigung“ solcher Konzepte geschieht: Uns interessiert dieses Konzept nach so langer Zeit in der Praxis. Und – ist nicht die „Ankündigung“ zu einem Zeitpunkt, zu dem modellhafte Maßnahmen an bestimmten Punkten schon mehrmals als praktiziert behauptet wurden, das eigene Eingeständnis, dass noch nichts (Wirksames) geschehen ist! Auch für die Zukunft – so erfuhren wir vor Kurzem aus der Stadtbau – sind Reinigungsleistungen etwa an Wochenenden und Feiertagen nicht vorgesehen, an den Tagen also, an denen Kinder und Familien besonders auf Spielmöglichkeiten angewiesen sind. Und unsere Fotos zeigen die deprimierende Lage vor allem an Sonntagen.
Soll das Ganze etwa weitergehen wie beim Flughafenbau in Berlin? Oder geht es um eine vergleichbar kleine Sache im Freiburger Westen?

– Und dann – eine Nebenbemerkung – bitten wir dezidiert um direkte Bürgerkontakte auch nach Weingarten (wie Sie es mit Ihrem letzten Brief ja gemacht haben!). In der Kommunikation zwischen Bürgerinnen und Bürgern aus Weingarten und verschiedenen Stellen im Rathaus / Gemeinderat gab es nämlich bisher alle denkbar möglichen und sich z.T. sehr ungünstig auswirkenden Erfahrungen:

– Bürger/in schreibt ans Rathaus, Antwort geht an den BV (ohne oder mit Kopie des Absenders an die/den ursprünglichen Schreiber/in);

– Bürger/in schreibt ans Rathaus, Antwort geht an den BV; von dort gibt es keine Weiterleitung oder gibt es eine Weiterleitung an die/den ursprünglichen Schreiber/in;

– Bürger/in schreibt ans Rathaus und erhält direkt eine Antwort, mit – nicht ausgewiesener oder mit ausgewiesener – Kopie an den BV.

– Bürger/in schreibt ans Rathaus und erhält eine direkte Antwort.

Verstehen Sie, dass wir von den hier genannten Kommunikationsformen die letztere absolut bevorzugen?

Vergleichbare Erfahrungen gab es übrigens auch mit weiteren Institutionen im Stadtteil, in denen sich, (selbst?)ernannte, ungern oder gern in diese Rolle geratene „Sprecher Weingartens“ artikulierten. Bei solchen Formen von Kommunikation erleben wir Nicht-auf-Augenhöhe-Kommunizieren mit Bürgerinnen und Bürgern, Aspekte von Bevormundung oder auch angemaßte Autorität, paternalistisch (und auch maternalistisch) wohl- oder auch nicht wohlmeinende Fürsorglichkeit, Gängeln, Filtern oder was auch immer – jedenfalls Missverständnisse und Schlimmeres Begünstigendes. – So entsteht die Grundierung der Erfahrung, dass (echte und andere) Verantwortliche, wie unter sich, über und nicht mit Weingartner Bürgerinnen und Bürgern reden (wobei das Kommunizieren mit meist nur vermittelt durch zwei oder drei kleine, enge lokale institutionelle „Flaschenhälse“ stattfindet). – Miteinander kommunizieren kann doch auch so schon schwierig genug sein.

Doch auch wir Bürgerinnen und Bürger in Weingarten setzen wie in anderen Stadtteilen auf direkte Kommunikation mit Verantwortlichen im Rathaus. Wir würden es sehr begrüßen, wenn zunehmend ein entsprechender Stil auch mit Weingartnerinnen und Weingartnern einkehrte.

An der Stelle als Konkretisierung: Auch ein Hinweis Ihrerseits in Ihrem Brief vom 21.05.2015 an uns über versandte Kopien könnte skeptisches Recherchieren vermeiden und Vertrauen aufbauen helfen. Als Empfänger/innen wollen wir nämlich gerne wissen, wie sehr wir gemeint sind oder wie sehr politische Wirkung bei – uns gegenüber nicht ausgewiesenen – Adressaten von Kopien, innerhalb und außerhalb des Gemeinderates, erzielt werden soll. Dabei soll selbstverständlich niemand in seinem auch institutionellen Handeln eingeschränkt werden: Es ist eine Bitte um Transparenz.

4) Zu den Stadtteildetektiven:

Zuerst: Wir freuen uns und sind dankbar dafür, dass in Ihrem Brief vom 21.05.2015 (im Unterschied zu dem vom 22.04.) wie von uns angemahnt jetzt auch die Kinder zum Thema werden – sind sie doch der Hauptpunkt um den es hier geht! Doch mit Hinweis auf welches Verfahren machen Sie das?

Sie schreiben, das Projekt Stadtteildetektive sei vor vier Jahren in Weingarten durchgeführt worden. Und: „Für das direkte Umfeld der Schüler/innen wurden Lösungen in Zusammenarbeit mit der Schule gefunden. Den benannten ‚Müllspielplatz’ haben die Kinder bei der Erforschung des Stadtteils nicht erwähnt und auch nicht bei der Begehung darauf hingewiesen.“

Ja, müssen die Kinder das wirklich machen? Und, sehen die begleitenden Erwachsenen nicht auch selber, was da los ist?

Ergibt sich aus dieser Formulierung eindeutig, dass die Kinderdetektive überhaupt an diesem Spielplatz waren? Oder ist diese Formulierung eher ein Nebelwerfer?

Können Sie (oder Ihre Expert/inn/en) sich nicht vorstellen, dass die Kinder, die jeden Tag in dieser Umgebung leben, weil sie keine andere haben, sich längst an diese Bilder, diese Zustände gewöhnt haben? Sie als selbstverständlich gegeben hinnehmen und sie so nicht mehr sehen? (In Psychologie und Pädagogik sind jedenfalls genügend Phänomene dieser Art bekannt.) – Ist das nicht eher eine äußerst dringliche Problemanzeige für dieses methodische Vorgehen oder evtl. auch für die Art ihrer Anwendung?

Wollen Sie – unter diesem wahrnehmungspsychologischen Gesichtspunkt und angesichts der materiell konkreten, verheerenden Sachlage – sich ernsthaft dem zitierten Urteil dieser befragten Kindergruppe anschließen bzw. aus dem Nichterwähnen des „Müllspielplatzes“ durch diese Kinder den eklatanten Handlungsbedarf gar relativieren?

Können Sie sich vorstellen, Kinder aus dem Vauban, aus Herdern, der Wiehre oder woher auch immer durch Weingarten zu führen, sie zur Lage hier zu befragen, ihnen zu ermöglichen, ihren Weingartner Altersgenoss/inn/en auf die Sprünge zu helfen und ihnen ggf. die Augen zu öffnen? Welche Ergebnisse wären da wohl zu erwarten?

Oder können Sie sich umgekehrt vorstellen, Kinder Weingartens auch einmal in andere Stadtteile zu führen, um sie entsprechend zu inspirieren? Welche Wünsche würden sie beim nächsten Detektiv-Gang durch Weingarten wohl zu Protokoll geben?

Können Weingartner Kinder, wenn sie Kinder in anderen Stadtteilen auf deren Spielplätzen besucht haben, ihre Spielkamerad/inn/en aus den anderen Stadtteilen zu sich auf diesen Spielplatz ohne Beschämung einladen?

Mit welcher (sehr begrenzt evtl. sinnvoll erscheinenden, aber in der Verallgemeinerung betrachtet einfältigen) Methode sollen die Weingartner Kinder hier am „Müllspielplatz“ – rechtfertigend – dem Dreck überlassen werden! Dürfen wir da wirklich zuschauen?

Und – ein wichtiger Gradmesser – würden wir, würden Sie Ihre Kinder, Enkel, Nichten, Neffen da wirklich spielen lassen? Müssen wir und Sie da nicht endlich handeln? Und das einfach, weil wir „Augen im Kopf haben“?

Diese Methode der Kinderdetektive mag für manche ein Verfahren für pädagogisch-akademische Debatten oder für Preise sein. Aber sie ist in diesem Fall sicher kein Beitrag zur Lösung! Im vorliegenden Fall wurde sie zum Instrument, das die Politik zum Wegschauen, zu nachrangiger Einordnung oder zum Auf-die-lange-Bank-schieben verleitet.

(NB: Wie schon in unserem letzten Brief erwähnt, kann auch den Erwachsenen des Hochhauses nur sehr begrenzt Schuld zugemessen werden, weil – so unsere auch dokumentierten Beobachtungen – die Müllgefäße zu klein, zu wenig, jedenfalls nicht ausreichend sind. Auch dies ein Punkt, der im Rahmen eines sog. Neuen Müllkonzepts Weingarten wohl bedacht werden müsste.)

5) Zum Stand der Diskussion um eine Lösung:

Wir hörten, dass zu Beginn der letzten Woche mit Bewohner/innen des Hauses Krozinger Str. 52 über Alternativen für die Müllunterbringung gesprochen wurde. Herr Grman vom Forum Weingarten stellte dort Aspekte unseres Vorschlags (s. hierzu unser Brief an Sie vom 16.05.2015, dort Punkt 5) zur Diskussion. Herr Voss von der Stadtbau brachte einen Vorschlag zur Unterbringung des Mülls im Bereich der Tiefgarage ins Gespräch. Die Bewohner/innen sind von beiden Vorschlägen vorerst nicht sehr begeistert und konnten sich (noch) nicht entschließen, was sie besser finden sollen.

Uns freut sehr, dass zwei Vorschläge außerhalb der Spielplätze in Diskussion sind! Und dass damit die Sache ein Schritt weiter scheint.

Wir stellen dazu weiter fest, dass die Bewohner/innen der Bugginerstr. 50, Bugginerstr. 2 und von Binzengrün 9 zu der Unterbringung ihres Mülls in den ansprechend aussehenden, gut durchlüfteten, nah an ihren Häusern befindlichen Holzhäuschen nicht befragt wurden. Sie wurden einfach erbaut. Von Protesten oder Unzufriedenheit ist nichts bekannt. Es wurde auch niemals gehört, dass der – im Vorab theoretische – Einwand wegen Geruchsbelästigung (vorgebracht von Bewohner/innen der Krozinger Str. 52 gegen beide o.g. Vorschläge) von Bewohner/innen der drei anderen genannten Häuser jemals geäußert wurde.

Eine Überwertigkeit der Meinung der Bewohner/innen in der Krozingerstr Str. 52 scheint gegeben, konkret sachlich aber nicht begründet und nicht konstruktiv. Der Lösungsprozess wird allerdings dadurch behindert. Die Bedenken müssen selbstverständlich ernsthaft geprüft werden, aber – im Interesse der Kinder des Stadtteils – auch mit Mut zurückgewiesen werden, wenn sie nicht überzeugend sind. Dies zumal in den drei genannten anderen Hochhäusern Lösungen gefunden wurden, bei denen die Bedenken nicht vorgebracht wurden.

Es darf nicht sein, dass eine unheilvolle Verbindung von möglicherweise Scham über jahrelange Versäumnisse bei den beiden Trägern der Spielplätze Stadtbau und Forum Weingarten, von Kosten-sparen-wollen beim Vermieter Stadtbau, von Beharren auf mülltechnischen Argumenten bei der ASF und von ängstlicher Unsicherheit bei den Bewohner/innen der Krozingers Str. 52 ein Lösung verhindert. Die Spielumgebung auch der Weingartner Kinder zählt!

An dieser Stelle scheint uns auch die Erwartung an eine übergeordnete Stelle, etwa an Ihr Dezernat, an Sie, nicht unangebracht, den Lösungsprozess voranzubringen, zumal Sie in Ihrem Dezernat sowohl den Aspekt Abfall wie auch den Aspekt Kinder- und Jugend zu vertreten haben. Wir sind überzeugt: Sie können deswegen in Ihrem eigenen Haus sehr viel zur Lösung beitragen (wo es zudem hierfür auch schon gute Vorschläge gibt)!

6) Dennoch vielen Dank für Ihren ergänzenden Hinweis auf die Zuständigkeit des Dezernats V bei einzelnen Fragen. Gerne folgen wir Ihrer Bitte, dorthin Kontakt aufzunehmen. Und hoffen, dass wir damit nicht „von Pontius zu Pilatus“ weiter verwiesen werden.

Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

Kopien dieses Briefes geben wir wieder an den von Ihnen in Ihrem letzten Brief vom 22.04.2015 und dann auch von uns verwendeten Verteiler (Fraktionen im Freiburger Gemeinderat), sowie an die Mitglieder des Bau- und des Kinder- und Jugendhilfeausschusses, an den Sie, wie wir nachträglich erfahren konnten, auch Ihren Brief vom 21.05.2015 geschickt haben – dies zur transparenten Kommunikation.

Ihnen alles Gute,
mit freundlichen Grüßen

Zoran Misic • Jessica Misic • Bertold Metz

Beate Pöhl • Reiner Pöhl • Sylvia Freudling

Konrad Braun • Carina Pöhl • Elena Pöhl •

Matthias Freudling-Braun • Volker Radimirsch • Susanne Drost •

Patricia Busta • Hadi Parvizi • Brigitte Mark •

Sina Mark • Michal Grman • Dr. Monica Dragomir

Harald Pawellek • Martina Pawellek

Brief an Bürgmeisterin Stuchlik vom 16.05.2015

bi4w – Bürgerinnen und Bürger initiativ für ein gutes Leben in Weingarten

E-Mail: bi4w@gmx.de

Freiburg – Weingarten, 16.05.2015

Kinderpielplatz an der Krozinger Straße 52 in Freiburg – Weingarten

(sog. „Müllspielplatz“);

Ihr Schreiben vom 22.04.2015

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Stuchlik,

wir hatten in unserer Mail an Sie vom 31.03.2015 „sehr ernsthaft auf einen baldigen konstruktiven Dialog und Antwort“ zum Kinderspielplatz an der Krozingerstr. 52 in Freiburg-Weingarten gehofft.

Auf dessen absolut untragbaren Zustand haben wir seit September 2014 bei verschiedensten Gelegenheiten hingewiesen und diesen durch Fotos immer wieder dokumentiert: https://bi4w.wordpress.com/category/weingarten-mullspielplatz/

Doch unsere Hoffnung scheint vergebens. Oder hat dieser Dialog mit Ihrem Schreiben vom 22.04.2015 wirklich begonnen? Daran zweifeln wir sehr:

  1. Zur Kommunikation:

Sie schreiben am 22.04.2015, wir hätten auf unser ursprüngliches Schreiben vom September 2014 „von Seiten der ASF GmbH sowie des OB-Büros eine Antwort“ erhalten.

Doch was haben wir wirklich erhalten, welche Kommunikation gab es inzwischen?

– Vom OB-Büro am 11.09.2014 wenige Zeilen: „Hinweise auf Vermüllung des Spielgeländes erhalten … Stadtbau und Dienststellen sind gebeten, für Sauberkeit Sorge zu tragen … Fraktionen und Einrichtungen erhalten Nachricht.“ Das war’s, später kam nichts mehr.

– Von der ASF: Am 10.09.14 eine automatische Abwesenheitsmeldung von Herrn Hipp, am 24.09. die Bitte von Herrn Bootz, eine veröffentlichte E-Mail-Adresse auf unserer Homepage zu korrigieren, am 26. 09. gleich noch eine Mahnung deswegen und am 01.10. noch mal eine (diesen Punkt abschließende) Mail mit der Ankündigung, „in Kürze eine Stellungnahme von Frau Bürgermeisterin Stuchlik“ zu erhalten.

– Dann auf unsere erneute Anfrage (ein halbes Jahr später) an Sie vom 31.03.2015 am 02.04.2015 durch Frau Rasem die Ankündigung Ihrer Antwort, wiederum: „in Kürze“.

– Ihre missglückte Vertretung durch Frau Rasem am 03.03.2015, der nach Aufklärung auch keine Nachfrage in der Sache mehr folgte.

– Mit der Vertreterin des Kinderbüros war nach Versand unseres ursprünglichen Schreibens vom September 2014 kein Termin für eine Ortsbegehung zu einer Zeit zu vereinbaren, die auch nur einem Berufstätigen in unserer Gruppe möglich gewesen wäre. Es entstand leider auch der Eindruck, dass da ein nachdrücklicheres Interesse in der Sache notwendig gewesen wäre. Anlässlich einer öffentlichen Veranstaltung am 11.09.2014 im Haus der Jugend mit Prof. Blinkert äußerte sie zum Anliegen unseres Schreibens, dass die Kinder Weingartens – nach ihrer Befragung mittels Kinderdetektiven – zu einem sehr hohen Prozentsatz mit ihrem Stadtteil zufrieden seien (nach unserer Erfahrung kennen viele Kinder hier nicht wirklich etwas anderes).

– Dann kam am 22.04.2015 der von Ihnen unterzeichnete Brief, mit dem Vermerk „Ihnen schreibt Herr Bootz“. Herr Bootz schreibt uns, dass die ASF, d.h. in diesem Fall er selber, uns schon geschrieben habe (Inhalt s.o.). Er beschreibt dabei nur die Seite der realen und z.T. auch der künftig beabsichtigten Müllbeseitigung. Die Hauptsache aber, die Lage der Kinder Weingartens, kommt mit keiner Silbe vor. Das werfen wir Herrn Bootz nicht vor, die Organisation der Müllbeseitigung ist ja seine Aufgabe. Als eine Antwort der Bürgermeisterin für Umwelt, Jugend, Schule und Bildung, zu deren Aufgaben beide hier zur Frage stehenden Themen – Umwelt und Kinder – gehören, können wir das allerdings nicht erachten.

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Stuchlik, Ihr oben eingangs erwähnter Satz suggeriert, wir hätten (höchstrangig!) Antwort bekommen und die Sache sei damit ok. Denken Sie, dass die beschriebene Kommunikation zusammengenommen eine angemessene Art des Umgangs mit der Sache ist? Wir jedenfalls sind mit dieser Kommunikation in keiner Weise zufrieden. Wir denken, dass diese viel einfacher und sachlich substantiell stattfinden kann und muss. Und ganz haben wir die Hoffung noch nicht aufgegeben.

  1. Zu Inhalt und Zungenschlag Ihrer Bemerkung: „In direkter Nähe zum Abfall-Sammelplatz des Gebäudes liegt ein städtisches Spielgelände, dessen Zweck und optische Qualität durch einen achtlosen Umgang von Anwohnern mit Abfällen beeinträchtigt werden – so Ihre Befürchtung.“

„… achtlose(n) Umgang von Anwohnern mit Abfällen“ ­– unsere vorsichtige Anfrage: geht’s da etwa um die „Weingartner“? Obwohl gegen Ende Ihres Briefes neben Anwohnern auch von „Unbekannten“ (zu Recht denken Sie wohl an beobachtete fremde Müllablagerer) und von „anonym abgeladene(n) Abfälle(n)“ die Rede ist ­– passt Ihre Bemerkung nicht zu gut in die Wolke Freiburger Vorteile, hat sie nicht ein zu deutlich riechendes, diskriminierendes „G’schmäckle“?

Jedenfalls, unsere Befürchtung und große Sorge sind nicht die Weingartner und ihr „achtloser Umgang … mit Abfällen“.

„Wäre der Spielplatz in Herdern, kein Müll wäre dort mehr zu sehen – da bin ich sicher“ (so der Stadtrat weiter). Ja, unbedingt! In Herdern hätte den Müllplatz niemand an/in den Kinderspielplatz gebaut! Herdern’s Mütter hätten einen Aufstand gemacht. In Weingarten hingegen ist man diesen scheinbar leichten Weg gegangen und hat es tatsächlich gemacht: Man hat vor Jahren den Müllplatz wirklich von der Nähe des Hochhauses Krozingerstr. 52 an/in den Kinderspielplatz verpflanzt! Einen Fürsprecher für die Kinder scheint es damals wohl nicht gegeben zu haben – auch nicht bei den Trägern der beiden Spielplätze Stadtbau und Forum Weingarten.

Und falls man schon davon ausgehen sollte, dass in Weingarten müllmäßig ein notwendig ordentliches Verhalten nicht richtig zu erwarten ist, erscheint es umso unverständlicher, dass der Müllplatz von 122 Haushalten in den Spielplatz verpflanzt wurde! Man erwartet seitens Stadt und Stadtbau kein ordentliches Verhalten der Weingartner und setzt diese dann zugleich noch einem Extra-Stresstest aus, in ihrer angeblich schwachen Disziplin!

Zudem wäre es eine interessante Probe, wie es in Herdern oder wo auch immer aussähe, wenn 122 Haushalte ihren Müll auf so engem Raum wöchentlich lagern müssten! Und es stellt sich die Frage: Würden die Leute in Herdern auch einen Riesenanlauf machen müssen wie wir jetzt, um in dieser Sache von Stadt und Stadtbau Hilfe zu bekommen?

Sonntags – dann also wenn besonderer Bedarf an Spielmöglichkeiten besteht – ist der Müll am sichtbarsten, vor der Abholung am Montag. Ein Spaziergang am Ostersonntag durch Weingarten machte Folgendes deutlich: Es gibt eine Menge Hochhäuser und Wohnanlagen, wo der Müll ordentlich verpackt ist: Z.B. in Bugginger 2, Bugginger 50, Binzengrün 9 – die haben auch alle ordentliche, ausreichende (!), neue Unterstellmöglichkeiten; ebenso einige Wohnanlagen in der Krozinger Straße. An einer guten Zahl von Müllhäuschen wurde aber sehr deutlich, dass die Müllgefäße zu klein sind, die Zahl zu gering und die Häuschen gelegentlich auch zu wenig fassen können; so ist es dort unvermeidlich, dass Müll nur vor den Türen abgestellt werden kann. – Es scheint, dieses Problem trifft auch auf das Müllhäuschen von der Krozingersgstr. 52 (am Spielplatz) zu. Es war übervoll! Fotos gerne bei Bedarf.

Es scheint uns durchaus kein „Weingarten-Blues“ und kein Diskriminierungsgejammer, aber: Kann es nicht doch sein, dass eine gewisse Trägheit in der umgehenden Beseitigung dieses untragbaren Zustandes auch in der Tatsache liegt, dass dieser „Müllspielplatz“ im Stadtteil Weingarten liegt?

(Und nebenbei: Auch 23 Haushalten in der Katharina-von-Bora-Straße wurde beim Einzug vor gut 10 Jahren zuerst von der Stadt verweigert, drei Mülltonnen zur Müll-Trennung zur Verfügung zu stellen. Warum? „Das machen wir in Weingarten nicht.“ Erst nach massivem Auftritt von Nachbarn aus der Siedlung wurde das korrigiert. Sie ist lästig – diese Vorab-Dauer-Unterstellung bzw. -Einstellung gegenüber Weingartnerinnen und Weingartnern auch seitens Stadt / Stadtbau, auf deren Basis dann immer weiter gehandelt oder immer wieder auch nicht gehandelt wird.)

  1. Zur Bezeichnung „Müllspielplatz“:

Diese Bezeichnung scheint Ihnen (so entnehmen wir Ihrem Brief) nicht richtig zu gefallen. Das können wir verstehen. Uns gefällt das auch nicht. Doch leider ist es eine zutreffende Benennung, Gesundbeten hilft nicht:

Am 05.04.2015, am Ostersonntag etwa sah es auf diesem sog. „Müllspielplatz“ besonders trostlos aus, Fotos: https://bi4w.wordpress.com/2015/04/07/05-05-2015-ostersonntag-am-mullspielplatz/. Kinder, ca. 10- bis 12-Jährige, holten aus dem Müll Gegenstände, warfen sie bei verschlossener Tür über den Zaun des Abenteuerspielplatzes, um sie dort im Spiel zu verwenden. Das zeigt (1.) besonders deutlich: die beiden Dinge (Spielplatz und Müllplatz) müssen getrennt gehalten werden, und (2.) es gibt einen Bedarf an dieser Spielmöglichkeit (selbst wenn sie verschlossen ist). Wir hoffen, dieser Spielplatz bleibt erhalten! Der Müllplatz muss weg, nicht der Spielplatz. Und – die Kinder sollen auch in Weingarten nicht mehr so nah am Dreck spielen müssen.

Auch wir wollen gerne bald eine andere Bezeichnung für diesen Weingartner Spielplatz benutzen: Wann wird das möglich sein?

  1. Die Hauptsache:

Was ist wichtig an der Sache? Wir waren immer wieder überrascht, dass sowohl in ersten Reaktionen auf unsere Initiative wie auch später häufig auf der Ebene Müll reagiert wurde. In vielen Mails und Gesprächen machten wir immer wieder darauf aufmerksam, dass es uns nicht (zuerst) um das Thema Müll geht, sondern um die Missachtung der Kinder.

Es ist nicht unwichtig das zu sagen, denn leider bewegen sich viele Gespräche konkret auf der Ebene: Welche Müllentsorgungsmöglichkeiten gibt es technisch, finanziell, was ist für die Bewohner der Krozingerstr. 52 praktisch, was geht logistisch usw. – doch dies alles ist nicht das (erste) Thema, dabei gerät leicht das eigentliche Ziel, die Hauptsache aus dem Auge:

In welcher Umgebung werden die Weingartner Kinder künftig spielen? Werden in Zukunft auch die Kinder in der Krozinger Straße nicht mehr an einem Müllplatz spielen müssen? Was soll das ganzes Gerede von Bildungschancen u.ä., wenn es absolut notwendig ist, dass wir uns für diese einfachste Selbstverständlichkeit so ins Zeug legen müssen?

Leider bewegt sich Ihr Antwortschreiben, das Sie zur Ausfertigung an den Pressesprecher der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung gegeben haben, noch genau auf der Ebene Müll. Fürchten Sie nicht, dass Sie sich so als Gesprächspartnerin für die Angelegenheiten der Kinder vollkommen aus dem Spiel nehmen? Werden wir in Zukunft inhaltlich auf der Ebene Kinder miteinander sprechen können?

  1. Zu unserem Lösungsvorschlag:

Wir haben Elemente für eine Lösung und einen Lösungsvorschlag ins Gespräch gebracht:

– Ganz oben steht nach allem Gesagten und bisher in verschiedensten Gesprächen Eruierten: Der Müllplatz muss von der bisherigen Stelle weg.

– Auch ein (nach dem „Neuen Müllkonzept Weingarten“) häufiger geleerter Müllplatz direkt zwischen zwei Spielplätzen ist und bleibt ein Müllplatz direkt zwischen zwei Spielplätzen. Ein „Müllspielplatz“.

Zudem wäre es unwürdig, die Sache der Weingartner Kinder sozusagen als Brosamen oder als Abfallprodukt vom Tisch des Neuen Müllkonzepts Weingarten fallen zu lassen und sie nicht einer eigenen Betrachtung zu würdigen.

– Kosmetische Korrekturen an der jetzigen Stelle sind keine Lösung.

– Doch wir verlangen, dass sich endlich kompetente Vertreter dieser oder einer ähnlich geeigneten Berufsgruppen damit beschäftigen. Es kann nicht sein, dass wir mit Hinweisen, die Eigentumsverhältnisse seien zu kompliziert, abgespeist werden, eine Verlegung blockiert und für Sichtblenden und ähnliche kosmetische Operationen als angeblich einziger Verbesserungsmöglichkeit geredet wird.

Unsere eigenen Recherchen beim Technischen Rathaus / Grundbucheinsichtsamt haben ergeben, dass die Eigentumsverhältnisse nicht kompliziert sind und die Stadtbau voll handlungsfähig ist.

– Unser Lösungsvorschlag:

Am westlichen Rand des neu gebauten Radwegs, beginnend etwas nach dem nördlichen Ausgang aus der neuen Unterführung (unter der Opfinger Straße) bis zum Ende des Stadtbaugrundstücks bzw. bis zur Grenze des Grundstücks der Stadt (auf dem der Abenteuerspielplatz liegt) können entlang dieses Radwegs Häuschen für Müll aufgestellt werden: ansprechend, blickdicht, belüftet und in ausreichender Größe wie in der Bugginger 2, Bugginger 50 und im Binzengrün 9. Platz ist hierfür wohl genug vorhanden.

Die Häuschen wären für die Bewohner der Krozinger Str. 52 gut erreichbar und gleichzeitig weit genug von diesem Hochhaus entfernt, um den Müll nicht direkt vor der Nase zu haben (zumindest wären diese Müllhäuschen weiter vom Hochhaus Krozingerstr. 52 als das Müllhäuschen der Bugginger Straße 2 vom Hochhaus Bugginger Straße 2 oder von den Häusern der benachbarten Siedlung Katharina-von Bora-Staße entfernt ist).

Soziale Kontrolle durch die Bewohner der Krozingerstr. 52 (ggf. auch technische Kontrolle mit Kameras) wäre dort sehr gut möglich. Der Müll würde nicht wie bisher auf den Spielplatz (vom Hochhaus fast unsichtbar) verschoben werden.

Die Wiese zwischen Radweg und dem Haus Krozinger Straße 52 könnte trotzdem für Freizeitaktivitäten genutzt werden (für Grillen, Spielen u.a.) wie es etwa in Binzengrün 9 der Fall ist, wo solche Häuschen (ansprechend, blickdicht, belüftet) für Fahrräder und Müll ebenfalls auf der Wiese stehen.

Da wir keine Landschaftsplaner oder Architekten sind, beanspruchen wir selbstverständlich nicht, dass unser Vorschlag der beste und einzige ist. Für gründlich überlegt halten wir ihn allerdings schon.

Werden wir bald über eine angemessene Lösung reden können?

Eine Stadträtin hat uns Ihre (durch Frau Urbanke übermittelte) E-Mail vom 22.04.2015 weitergeleitet. Dieser Weiterleitung, nicht Ihrer E-Mail an uns, entnehmen wir, dass Sie Ihren Brief – der diesen Adressaten gegenüber leider zu Unrecht den Anschein erweckt, da gehe etwas voran – auch an Rathaus-Fraktionen verschickt haben. Deshalb erlauben auch wir uns, den Mitgliedern dieses Verteilers diesen Brief zukommen zu lassen; des Weiteren den Mitgliedern des Kinder- und Jugendhilfeausschusses (s.o. Punkt 4: „Die Hauptsache“) sowie den Mitgliedern des Bau- und Umlegungsausschusses (da für eine Lösung wohl bauliche Maßnahmen erforderlich werden); zudem an einige weitere Akteure in der Sache, mit denen wir im Kontakt stehen.

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Stuchlik, wir freuen uns auf eine Antwort – von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Konrad Braun • Sylvia Freudling • Bertold Metz • Martina Pawellek • Hildegund Landenberger • Beate Pöhl • Reiner Pöhl • Carina Pöhl • Elena Pöhl • Dr. Monica Dragomir • Michael Zwick • Barbara Zwick

 

Brief an Bürgermeisterin Stuchlik vom 31.03.2015

bi4w – Bürgerinnen und Bürger initiativ für ein gutes Leben in Weingarten

E-Mail: bi4w@gmx.de

 

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Stuchlik,

Anfang September letzten Jahres, am 08.09.2014. haben wir Ihnen und anderen verantwortlichen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern in Weingarten und Freiburg mitgeteilt, wie schockiert wir über die Tatsache und den Zustand des Müllplatzes zwischen zwei Spielplätzen waren. Das sind wir immer noch.

Wir erlauben uns, Sie hier noch mal an den Brief zu erinnern:

https://bi4w.wordpress.com/2014/09/08/mullspielplatz-weingarten-mail-an-zustandige-und-interessierte-burgerinnen-und-burger-in-weingarten-und-freiburg/

Auf der Seite www.bi4w.wordpress.com sind auch Fotos von der Situation von Sommer und Herbst 2014 sowie vom Frühjahr 2015 eingestellt, durch die Sie sich ein eigenes Bild vom Zustand und dessen (Nicht)Veränderung machen können:

Hier zu Ihrer Information die Fotos
– vom 08. August 2014:
https://bi4w.wordpress.com/2014/08/08/fotos-vom-mullspieplastz/
– vom 27. September 2014:
https://bi4w.wordpress.com/2014/10/03/test-galerie-keinderfest/
– vom 01. März 2015:
https://bi4w.wordpress.com/2015/03/02/01-03-2015-die-situation-nach-einem-halben-jahr/

Wir vermissen bis heute Ihre Antwort auf unseren Brief.

Hierzu heute drei Punkte:

  1. Auf eine Nachfrage unsererseits bei der ASF, die Ihnen bzw. Ihrem Dezernat II unterstellt ist, erhielten wir von der ASF am 1.10.2014 folgende Antwort:

„Innerhalb der Stadtverwaltung ist die ASF dem Zuständigkeitsbereich des Dezernats II zugeordnet, das ebenfalls Ihren Rundbrief erhalten hat. Folglich werden Sie in Kürze eine Stellungnahme von Frau Bürgermeisterin Stuchlik zum angesprochenen Thema erhalten. Eine separate schriftliche Reaktion der ASF ist in diesem Fall nicht üblich.“

Ihre hier angekündigte Stellungnahme als vorgesetzter Stelle von ASF ist bei uns leider immer noch nicht eingegangen.

  1. Frau Rasem hatte sich als Vertreterin der Bürgermeisterin angekündigt, um an einer Ortsbegehung am 03.03.2015 mit Vertretern von Stadtbau, Forum Weingarten, Bürgerinnen und Bürgern aus dem Stadtteil sowie auch Unterzeichnern unseres o.g. Briefes teilzunehmen. Leider ist Frau Rasem nicht erschienen. Dies ohne Nachricht an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (das jedenfalls nach Stand vom 03.03.2015). Wie wir später informell gehört haben, hat Frau Rasem den Ort nicht gefunden. Wie auch immer, ein Kontakt Ihrer Behörde zu der Sache des „Müllspielplatzes“ ist so immer noch nicht zustande gekommen.

Dies ist sehr bedauerlich, weil Sie, Frau Bürgermeisterin Stuchlik, mit ihrem Dezernat II sowohl für Abfall- und Umweltfragen wie auch für die Belange von Jugend, Schule und Bildung, und somit für die beiden im Konflikt stehenden Aspekte zuständig sind.

Über diese Begehung haben wir übrigens unseren Eindruck protokollartig niedergeschrieben, hier zu Ihrer Information:

https://bi4w.wordpress.com/2015/03/14/03-03-2015-begehung-des-mullspielplatzes-mit-vetretern-von-stadtbau-forum-weingarten-und-burgerinnen-des-stadtteils/

Nach ca. einem halben Jahr steht Ihre Stellungnahme zum Thema aus. Die Gelegenheit, dies – nach Nichtbeantwortung des Briefes vom September 2014 – bei der Begehung am 03.03. wie erhofft nachzuholen oder sich dabei zumindest mit Gegebenheiten, Argumenten und Beteiligten bekannt und vertraut zu machen, ist bedauerlicherweise bislang nicht wahrgenommen worden.

  1. Wir bitten Sie deshalb erneut, dass Sie sich für die Beendigung dieses Zustandes engagieren.

Im Einzelnen fragen wir Sie:

– Welche Stellung nehmen Sie zum Anliegen des Briefes von bi4w, Stichwort: „Müllspielplatz Weingarten“, ein?

– Was werden Sie zur Behebung des beschriebenen Missstandes tun bzw. beitragen?

– Welchen Zeitrahmen setzen Sie sich?

Zu den zahlreichen mündlichen und schriftlichen Reaktionen aus Bürgerschaft, von Akteuren im Stadtteil, von Kommunalpolitikern u.a. können wir gegenwärtig sagen,

– dass der beschriebene Sachverhalt von niemandem in Frage gestellt oder bestritten wird und

– dass sehr deutlich Handlungsbedarf gesehen wird.

Der Fokus liegt für uns – nicht erst nach der fortschreitenden Diskussion – vor allem auf der Feststellung, dass es sich zwar zum einen um ein Müllproblem handelt, dass aber Kernpunkt und Skandal die Missachtung der Kinder ist. Die Frage ist: Lässt es die Stadt sehenden Auges zu, dass Kinder aus sozial schwachen Schichten am Müllplatz aufwachsen?

Wir hoffen sehr ernsthaft auf einen baldigen konstruktiven Dialog der Beteiligten und freuen uns auf Ihre Antwort, die wir im Rahmen unserer Arbeit gerne – auch über unsere Homepage – allen Interessierten zugänglich machen würden, wofür wir Sie hiermit gleich um Erlaubnis bitten.

Mit freundlichen Grüßen

Martina Pawellek und Konrad Braun
(bi4w)