Unser Beitrag

Unsere Beitragsfolien zum Neujahrsempfang am 19.01.2017 in der EBW:

Neujahrsempfang-2017-Folien

 


Unser Beitragstext zum Neujahrsempfang am 19.01.2017 in der EBW:

Neujahrsempfang-2017-Text

I: (Musikstück I)

– Einkaufswagen wird auf Bühne gefahren mit Instrument oder Instrumentenkoffer,

– die 4 Musiker/innen spielen ein Stück

– Foto vom Weingartentag (ppt Folie 1)

 

Guten Abend Ihnen allen,

uns hat die letzte Zeit ein Stichwort beschäftigt.

Von Alt-OB Rolf Böhme.

Aus einem Interview von vor ca. zwei Jahren.

Sein Stichwort war: „Ost-West-Gefälle“. –

Gibt’s das überhaupt?

(Folie Texte, Text (ppt-Folie 2):

  • Rolf Böhme, OB von 1982 – 2002, sagte:

„Eine Frage zum Beispiel, die das Rathaus lange beschäftigte, war das Ost-West-Gefälle. Es drückte aus, dass die Stadtviertel mit guter Infrastruktur im Osten lagen, während zwei Drittel der Bevölkerung im Westen wohnten und dort Mangel an Infrastruktur herrschte. … Wir haben im Westen 1986 die Landesgartenschau veranstaltet … der Dietenbachpark (wurde) angelegt … der Stadtteil an den öffentlichen Nahverkehr angebunden … der Stadtteil Rieselfeld wurde gebaut … das Kepler-Gymnasium … dorthin verlegt. Es ist viel geschehen und von einem Ost-West-Gefälle hat dann niemand mehr gesprochen.

 

Keiner redet vom Wetter –  Wir schon.

Die komfortableren Stadtteile im Westen Freiburgs werden hier eigens erwähnt. Weingarten wird in diesem Zitat nur etwas gestreift.

Nun – Herr Böhme meint: Ein Gefälle gibt’s nicht mehr – seit ungefähr 1986 nicht mehr!

Ist das so?
Wir meinen: Das „Gefälle“ kann nicht ignoriert werden. Es ist leider kein Gerede von gestern. Sondern da gibt’s immer noch ordentlich zu tun.

 

Was sagt nun Dieter Salomon, unser OB seit 2002, dazu:

(Folie Texte, Text projizieren (ppt-Folie 3):

  • „Es gibt, bedingt durch die Attraktivität und die Grundstückspreise der Wohnlagen, ein materielles Gefälle von Ost nach West. … Das ist so. Das führt jetzt nicht zu einem Plan, das auf Dauer auszugleichen, denn es geht nicht.“

 

Wir meinen: Das klingt uns realistischer.

Passt mit unseren Erfahrungen zusammen.

Aber leider ist es auch entmutigend.

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Beitrag bi4w-Text

neujahrsempfang-2017_sd-2-fuer-hp

NEUJAHRSEMPFANG 2017 (am 19.01.2017 in der EBW)

__________________________________________

I: (Musikstück I)

– Einkaufswagen wird auf Bühne gefahren mit Instrument oder Instrumentenkoffer,

– die 4 Musiker/innen spielen ein Stück

– Foto vom Weingartentag (ppt Folie 1)

 

Guten Abend Ihnen allen,

uns hat die letzte Zeit ein Stichwort beschäftigt.

Von Alt-OB Rolf Böhme.

Aus einem Interview von vor ca. zwei Jahren.

Sein Stichwort war: „Ost-West-Gefälle“. –

Gibt’s das überhaupt?

(Folie Texte, Text (ppt-Folie 2):

  • Rolf Böhme, OB von 1982 – 2002, sagte:

„Eine Frage zum Beispiel, die das Rathaus lange beschäftigte, war das Ost-West-Gefälle. Es drückte aus, dass die Stadtviertel mit guter Infrastruktur im Osten lagen, während zwei Drittel der Bevölkerung im Westen wohnten und dort Mangel an Infrastruktur herrschte. … Wir haben im Westen 1986 die Landesgartenschau veranstaltet … der Dietenbachpark (wurde) angelegt … der Stadtteil an den öffentlichen Nahverkehr angebunden … der Stadtteil Rieselfeld wurde gebaut … das Kepler-Gymnasium … dorthin verlegt. Es ist viel geschehen und von einem Ost-West-Gefälle hat dann niemand mehr gesprochen.

 

Keiner redet vom Wetter –  Wir schon.

Die komfortableren Stadtteile im Westen Freiburgs werden hier eigens erwähnt. Weingarten wird in diesem Zitat nur etwas gestreift.

Nun – Herr Böhme meint: Ein Gefälle gibt’s nicht mehr – seit ungefähr 1986 nicht mehr!

Ist das so?
Wir meinen: Das „Gefälle“ kann nicht ignoriert werden. Es ist leider kein Gerede von gestern. Sondern da gibt’s immer noch ordentlich zu tun.

 

Was sagt nun Dieter Salomon, unser OB seit 2002, dazu:

(Folie Texte, Text projizieren (ppt-Folie 3):

  • „Es gibt, bedingt durch die Attraktivität und die Grundstückspreise der Wohnlagen, ein materielles Gefälle von Ost nach West. … Das ist so. Das führt jetzt nicht zu einem Plan, das auf Dauer auszugleichen, denn es geht nicht.“

 

Wir meinen: Das klingt uns realistischer.

Passt mit unseren Erfahrungen zusammen.

Aber leider ist es auch entmutigend.

 

Lieber OB Salomon,

Wir denken: Darüber müssen wir auch 2017 reden.

Zudem denken wir: Nicht Weingarten hat ein Problem, sondern Freiburg hat einige seiner ganz wichtigen – sozialen – Aufgaben im Stadtteil Weingarten platziert.

Und hierbei arbeiten alteingesessene und neue Weingartnerinnen und Weingartner seit Langem tatkräftig mit.

Sie wollen in Ihrer nächsten Amtszeit eine „nachhaltige Stadt“ (schreibt die BZ), das sei Ihre „Herzensangelegenheit“.

 

Wir hier merken besonders: wir brauchen auch eine sozial nachhaltige Stadt.

Mit uns geht das auch, aber nicht über unsere Köpfe hinweg.

 

Zwei Dinge von letztem Jahr wollen wir kurz erzählen. Nur zwei.

Die Erste. Ausgangslage: Das offizielle Müllhäuschen des größten Hochhauses in Freiburg steht direkt in der Mitte von drei Kinderspielorten. Und zwar ganz dicht dran. (ppt Folie 4)

 

II: (Musikstück II)

– ein kurzes Kinderlied

– Fotos vom Müllspielplatz mit Datum und Veränderungsprozess (ppt Folie 5)

 

Gut ging´s. — Nach 2 ½ Jahren!!! (ppt Folie 6)

Wir danken ganz besonders Herrn Dennis Voss von der Stadtbau, der sich davon hat berühren lassen!

(hier gab’s einen Zwischenruf: „Herr Voss Sie sind unser Held!“

Und Dank den 4-5 Gemeinderäten, die sich für die Sache interessiert haben.

 

Und die Hauptsache: Es ist am Ende gut gegangen — Nach zu langer Zeit.

Und nur mit massivem Einsatz von Wissenschaft und Medien.

 

Dann die zweite Sache:

Nach 7 mal 7 Jahren – war ganz Weingarten auf den Beinen.

Im September 2016 war der Weingartentag. (ppt Folie 7)

Viele bekannte Akteure, aber auch sonst weniger sichtbare. (ppt Folie 8)

Auch seltene Sportarten. Polizeisportverein. Aikido.

Aufklärerisch: die Alkoholbrille vom Polizeiposten Weingarten (ppt Folie 9)

(Fotos von Marie, GolfDisc, LandArt, Stände, Diskussionen)

 

Natürlich gab´s auch Fußball – der Weingarten West Pott fand im Adolf-Reichwein-Stadion statt. (ppt Folie 10)

Trotz Unterstützung der Fontane Apotheke mit Pferdesalbe und Magnesium: der Pokal ging nach auswärts  à nach Weingarten Ost.

(Foto Siegermannschaft – ppt Folie 11)

 

Und es gab Diskussionen. Weingarten redet miteinander und mit Besuchern.
Am Abend dann vielleicht das erste Weinfest in Weingarten.

(Foto Weinfest– ppt Folie 12)

Herzlichen Dank an alle. Und insbesondere:

einem Mitorganisator, Musiker, Künstler: Michal Grman!

Es war richtig schön!

 

Zum Schluss noch ein Zitat aus einer Befragung der Stadt Freiburg vom September 2016: (ppt Folie 13)

„Weingarten hat … die niedrigste Lebensqualität im höheren Alter und den niedrigsten Wert bei der strukturellen Privilegierung der Bevölkerung ab 55 Jahren.“

 

Da haben wir’s wieder – das Ost-West-Ding! (ppt Folie 14)

Sie sehen  –  es gibt auch 2017 viel zu reden.

Sollen wir warten? Hoffen?
Naja. Nee…

Von Anfang an wissen wir:

Selbst ist die Weingartnerin, selbst muss er sein, der Weingartner!

Deswegen gibt es hier aus unserem Erfahrungsschatz:

drei Tipps für 2017 an die Gesamtstadt: (ppt Folie 15)

 

 

III: (Musikstück III)

–  ein aufbrechendes, hoffnungsvolles Lied

– Fotos mit den 3 Zitaten gezeigt

 

  • • Erstens:

 „Warte nicht auf bessere Zeiten!“ 

 

  • • Zweitens: (ppt Folie 16)

Wo kämen wir hin,

wenn jeder sagte,

wo kämen wir hin,

und keiner ginge, um zu sehen,

wohin wir kämen, wenn wir gingen.“

 

  • • Drittens: (ppt Folie 17)

 „Alle sagten: Das geht nicht.
Dann kamen immer wieder ein paar, die wussten das nicht
und haben’s einfach gemacht.“

 (nach dem Musikstück, Musikinstrumente und Noten auf Einkaufswagen rausfahren, dazu die Abschlussfolie: Ein gutes 2017 wünschen bi4w – ppt Folie 18)


 

bi4w zu Quartiersarbeit in Freiburg

bi4w – Bürgerinnen und Bürger initiativ für ein gutes Leben in Weingarten

E-Mail: bi4w@gmx.de  –  www.bi4w.wordpress.com

Freiburg – Weingarten, 13.01.2017

Orientierungspunke für Quartiersarbeit in Freiburg

  1. Bedarfsorientierung

Quartiersarbeit wird in allen Quartieren durch verschiedene Kräfte geleistet, durch verschiedene ehrenamtliche und (wo notwendig) durch hauptamtliche Kräfte, sowie durch den Beitrag der gesamten Stadt.

In manchen Quartieren braucht es die Unterstützung durch die Gesamtstadt. In einzelnen Stadtteilen stärker als in anderen. Deshalb begrüßen wir im cons­_sens-Gutachten zur Quartiersarbeit in Freiburg von 2016 den Orientierungspunkt Bedarfsorientierung sehr, die Erhebung des Bedarfs der einzelnen Stadtteile an Quartiersarbeit nach Sozialindikatoren. Wir begrüßen diesen Ansatz im Gutachten, dass sich die gesamtstädtische Unterstützung der Quartiersarbeit schwerpunktmäßig auf solche Stadtteile konzentrieren soll.

Einzelne Stadtteile – so etwa Brühl-Beurbarung und besonders Weingarten – sind im Gutachten  (S. 36) nach sechs verschiedenen Sozialindikatoren­ als Stadtteile mit besonders schwachem Statuswert und entsprechend besonders hohem Bedarf ausgewiesen.

Wir bedauern allerdings sehr, dass für uns unverständlicherweise seitens der Stadt den Gutachtern die erforderlichen Daten zur Darstellung zweier weiterer Sozialindikatoren, nämlich „Altersarmut“ und „Perspektivlosigkeit“, nicht zur Verfügung gestellt werden konnten (S. 32).

Daten für diese beiden sehr relevanten Sozialindikatoren – „Altersarmut“, definiert als Anteil der Empfänger/innen von Mindestsicherung im Alter, und „Perspektivlosigkeit“, definiert durch den Anteil der Schüler/innen ohne Schulabschlüsse – wären für den Gutachter sicher sehr hilfreich gewesen, um das Bild zum wirklichen Bedarf an Unterstützung durch Quartiersarbeit in diesen besonders bedürftigen Stadtteilen noch deutlicher und angemessener herauszustellen.

Die sehr problematische Lebenssituation älterer Menschen kam in der Studie Generation 55plus von 2016 besonders eindrucksvoll zum Ausdruck. Es heißt dort etwa: „Weingarten hat … die niedrigste Lebensqualität im höheren Alter und den niedrigsten Wert bei der strukturellen Privilegierung ab 55 Jahren.“ (S. 141; s. auch S. 104,108,116)

Dies zeigt, wie absolut bedauerlich es ist, dass der Faktor „Altersarmut“ im Con_sens-Gutachten bei der Beurteilung des Bedarfs an Quartiersarbeit in diesen Stadtteilen nicht berücksichtigt werden konnte! Beim ebenso nicht berücksichtigten Faktor „Perspektivlosigkeit“ wären wohl ähnlich verstärkende Ergebnisse zu erwarten.

Die Orientierung der Quartiersarbeit am Bedarf in den Stadtteilen und bedarfsgerechte Unterstützung durch die Stadt scheint uns so absolut geboten.

  1. Subsidiarität

Das Prinzip Subsidiarität erfordert das Nachdenken an zwei Punkten bzw. in zwei Richtungen:

2.1. Quartier: Not bzw. Unterstützungsbedürftigkeit wird im Quartier erlitten. Der Bedarf an Unterstützung, nach Art und Umfang, wird vor allem dort wahrgenommen. Entsprechend muss Quartiersarbeit dort mit dort gewonnenen Einsichten quartiersgerecht geleistet werden.

2.2. Hauptamtliche, Gesamtstadt: Hinzu kommen – nach diesem Prinzip – auf der nächsten Ebene hauptamtlich-fachliche und gesamtstädtische Stellen, die als größere Einheit bei Bedarf Hilfe („subsidium“) anbieten.

An diesen beiden Punkten liegt eine je spezifische Zuständigkeit und Verantwortung.

Im con_sens-Gutachten werden für beide Seiten – für die Arbeit der Trägervereine in den Stadtteilen und für die Stadt ­– Mängel benannt bzw. es sind an beiden Stellen Erfordernisse und Fragen für eine angemessen nützliche Qualität von Quartiersarbeit aufgeworfen.

Wir begrüßen die Sicht der Gutachter, dass beide Seiten weiter entwickelt werden müssen.

  1. Integration

Das Gutachten spricht von drei verschiedenen Optionen bzw. Wegen, die (weitgehend) alternativ behandelt werden: Quartiere / Delegation – Dachverband – Kommunalisierung.

Entsprechend dem in der Sozialpolitik sehr bewährten Subsidiaritätsprinzip stellt sich für uns die Frage: Was ist auf jeder Ebene spezifisch möglich und nötig?

Zuerst: Es darf hier kein Entweder – Oder geben. Das ist sachlich nicht angemessen. Es muss spezifische Zuordnungen geben. Wir sehen eine Integration der verschiedenen Seiten als erforderlich, sachbezogen und nützlich an.

Uns ist es ein großes Anliegen, dass nutzlose Konfrontation vermieden und öffentliches Balgen um falsche Alternativen unterlassen werden.

  1. Jede Ebene soll (nur) dort gut sein, wo sie gut sein kann

4.1. Quartier – Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern im Stadtteil:

Die Arbeit der einzelnen Trägervereine mit ihrer bürger- und ortsnahen Beobachtung und Kenntnis des Bedarfs in ihrem Quartier, mit ihrer Verarbeitung des im jeweiligen Stadtteil durch Bürger/innen und verschiedene Akteure signalisierten Bedarfs, ihr freier und transparenter Umgang mit diesen Signalen in Quartiersräten, Stadtteilkonferenzen o.ä. Zusammenkünften sowie die dort abgestimmte Gestaltung ihrer Arbeit, z.B. Prioritätensetzung, muss möglich sein und bleiben.

Ein (Mit)Bestimmungsrecht über die Verwendung der dem Stadtteil zugestandenen Mittel muss den Quartiersräten bzw. Stadtteilkonferenzen zugestanden werden. Die Kernverantwortung für die Quartiersarbeit in einem Stadtteil liegt bei diesen Quartiersräten bzw. Stadtteilkonferenzen. Die Quartiersarbeit muss im Stadtteil (mit) gestaltbar sein und bleiben.

Stadtteilspezifisch plurale Ansätze sind als Ausdruck der unterschiedlichen Lebenswirklichkeit in den einzelnen Quartieren positiv zu bewerten und begrüßenswert. Das häufig kritisch vorgebrachte Mantra „9 Trägervereine, 12 Stadtteile …“, meist wird dabei noch die Stadt vergessen, verkennt diese notwendig plurale Orientierung.

4.2. Zusammenarbeit der Träger – Fachlichkeit:

Die spezifische Stärke der Zusammenarbeit oder eines Zusammenschlusses von Trägervereinen, evtl. eines Dachverbands, liegt in den vor allem dort möglichen fachlichen Beiträgen:
fachliche Standards entwickeln, stadtteilspezifische Profile von Quartiersarbeit herausarbeiten, Supervision, Fortbildung und fachliche Unterstützung für Mitarbeit/inne/n u.a.

Diese spezifische Kompetenz, diese fachlichen Fähigkeiten und Erfahrungen müssen auf dieser Ebene zur Entfaltung kommen können. Da braucht es keine zentrale Order, sie ist sachlich unangebracht und muss deswegen unterbleiben.

4.3. Stadt Freiburg, Verantwortung und Möglichkeiten der Gesamtstadt – Bedarfsgewichtung:

Die Probleme und Bedarfe der einzelnen Stadtteile sind nicht einfach Probleme nur dieser Stadtteile: Die Stadt Freiburg hat ihre wichtigen sozialen Aufgaben in einzelnen Stadtteilen stärker platziert als in anderen. So ergeben sich für die Gesamtstadt Aufgabenstellungen, die nicht in den Quartieren und nicht von den Trägervereinen, sondern nur mit der gesamten Stadt Freiburg geleistet werden können.

Dabei handelt es sich vor allem um Bedarfsgewichtung:
Die Gesamtstadt bringt ihren spezifischen Beitrag dadurch ein, dass sie z.B. durch Förderung wissenschaftlicher Untersuchungen Grundlagen für eine Bedarfsgewichtung in den einzelnen Stadtteilen schafft, und dadurch, dass sie den Stadtteilen spezifische finanzielle Unterstützung bedarfsgerecht zur Verfügung stellt. Weiter dadurch, dass sie auf allgemeine Grundsätze hinsichtlich Finanzkontrolle und Qualitätssicherung achtet sowie Impulse aus der Gesamtstadt einbringt.

Auch können durch gesamtstädtische Maßstäbe und Vorgaben mögliche Interessenkollisionen zwischen Trägern vermieden werden, z.B. wenn es um die Beurteilung von Stadtteilen geht, die im con_sens-Gutachten nach den zugrunde gelegten Kriterien weniger berücksichtigt werden können.

Diese Integration dieser spezifischen Beiträge der verschiedenen Ebenen trägt dazu bei, dass Elemente zur Steuerung aus jeder Ebene kommen können. Und diese Integration der (mindestens) drei Aspekte bewirkt, dass es weder einen vom Gutachter beklagten „Wildwuchs“ noch eine mancherorts befürchtete „Kommando-Quartiersarbeit“ geben wird. Und dass auf bewährten Erfahrungen weiter aufgebaut werden kann.

Susanne Drost, Sylvia Freudling, Martina Pawellek, Beate Pöhl, Konrad Braun, Michal Grman, Michael Hein, Berthold Metz, Harald Pawellek, Reiner Pöhl, Volker Radimirsch. 

bi4w c/o S. Freudling, Kath.-v.-Bora-Str. 26, 79114 Freiburg. 13.01.2017

 

 

Neujahrsempfang Weingarten 2017

Neujahrsempfang Weingarten 2017

Bericht der Badischen Zeitung

 

Beim Neujahrsempfang wurde auch weit über den eigenen Stadtteil hinausgeschaut

foto-salomonWohnzimmeratmosphäre beim Neujahrsempfang, dem Einstieg zum 50-Jahre-Jubiläum: Patrick Melcher (rechts) überreichte Oberbürgermeister Dieter Salomon Wein von 2002, dem Jahr seines Amtsantritts. Foto: Bamberger

WEINGARTEN. Es ging ungewöhnlich viel um Weltpolitik beim Neujahrsempfang der beiden christlichen Kirchengemeinden am Donnerstagabend im Mehrgenerationenhaus EBW – am Vorabend der Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump lag große Verunsicherung in der Luft. Für Weingarten wird 2017 ohnehin besonders: Der Stadtteil feiert sein 50-jähriges Bestehen, der Neujahrsempfang war der Einstieg. Rund 200 Gäste kamen. Darunter war auch Oberbürgermeister Dieter Salomon.Wohnzimmeratmosphäre beim Neujahrsempfang, dem Einstieg zum 50-Jahre-Jubiläum: Patrick Melcher (rechts) überreichte Oberbürgermeister Dieter Salomon Wein von 2002, dem Jahr seines Amtsantritts. Foto: Bamberger

Lebendig, kritisch, vielseitig: So ist die Stimmung während des zweieinhalbstündigen Programms – passend zu Weingarten. Gemischt ist auch das Publikum: Unter anderem ist Magdalena Szablewska da, die neue technische Geschäftsführerin der Freiburger Stadtbau. Mit dem Stadtbau-Prokuristen Dennis Voss sitzt sie inmitten einiger ihrer in Weingarten zahlreichen Mieter. Bis auf die FDP und die Freien Wähler sind alle Gemeinderatsfraktionen vertreten, die SPD besonders stark, zusätzlich mit der Landtagsabgeordneten Gabi Rolland und dem Bundestagskandidaten Julien Bender. Und dann sind da natürlich all diejenigen, die immer da und immer engagiert sind – zum Beispiel Mitglieder des Bürgervereins, dessen neuer Vorsitzender Hermann Assies von allen gelobt wird und der das Jubiläumsmotto „Willkommen“ mitsamt dem ersten von drei Veranstaltungsflyern vorstellt.

Drei Gruppen, die sich um das für den 7. Oktober geplante Fest, das Kulturprogramm und die Geschichte Weingartens kümmern, bereiten alles vor. Gleich zum Start ins Jubiläumsjahr haben Bewohnerinnen und Bewohner aus 20 der in Weingarten vertretenen 106 Nationen mit der Künstlerin Daniela Häbig unter der Leitung der Quartiersarbeit vom „Forum Weingarten“ ein Geschenk gebastelt: eine große, bunte Nana-Figur, die neue Stadtteil-Botschafterin.

Nidhal Al-Seikh hat mitgebastelt, früher im Irak war sie Chemikerin, 2000 kam sie nach Freiburg, seit acht Jahren lebt sie in Weingarten. Es ist ihr erster Neujahrsempfang, ebenso bei Karl-Friedrich Weis, der schon seit 35 Jahren hier wohnt. Eine Nachbarin hat ihn mitgebracht, sie ist beim Singkreis dabei, der an diesem Abend auftritt. Die „Bürgerinnen und Bürger initiativ für ein gutes Leben in Weingarten“ (bi4w) bringen ihre Musikinstrumente im Einkaufswagen auf die Bühne – als Symbol für die im Einkaufszentrum eingeführte Einkaufswagensicherung, einen ihrer Erfolge. Nach ihrem Ständchen mahnen sie, dass weiter über das Ost-West-Gefälle in Freiburg geredet werden müsse. Freiburg habe einige wichtige soziale Aufgaben nach Weingarten „platziert“. Klar sei: „Wir brauchen eine sozial nachhaltige Stadt, nicht über unsere Köpfe hinweg“, fordert Sylvia Freudling.

Was wird 2017 für Weingarten bringen? Mathias Staenke, der Geschäftsführer des Vereins „Nachbarschaftswerk“, ist unsicher: „Wird es in einem Jahr noch die Quartiersarbeit des Nachbarschaftswerks und des Forums Weingarten geben?“
Ein Appell an die Stadt und eine gute Bilanz
Die Stadtverwaltung will die Quartiersarbeit aller freien Träger übernehmen. Staenke betont: „Wir kämpfen dafür, dass die Stadtverwaltung den Fehler, den sie vorhat, nicht machen wird!“ Der Applaus, der da aufbrandet, dauert lange. Und nochmal, als er bilanziert, wie sich nach der „Eiszeit“ mit Konflikten im Jahr 2015 beim neuen „Runden Tisch“ die Engagierten im Stadtteil wieder zu konstruktiver Arbeit zusammengetan hätten: „Jetzt macht es wieder Freude, hier zu arbeiten.“ Auch Patrick Melcher von der katholischen Gemeinde St. Andreas, der mit seiner evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Kollegin Andrea Willmann durch den Abend führt, bedankt sich bei allen für die gute Zusammenarbeit.

Er dankt außerdem dem OB, dem er Weine von 2002 überreicht – dem Jahr, als Dieter Salomon erstmals OB wurde: „Die sind auch nach bald 16 Jahren noch bekömmlich!“ Dieter Salomon freut sich über diese Anerkennung seiner Entscheidung, 2018 wieder zur Wahl anzutreten, und über Patrick Melchers Kompliment wegen seiner bundesweiten Auftritte nach dem mutmaßlichen Mord einer Studentin durch einen jungen Afghanen: „Ich fühlte mich außerordentlich gut vertreten,“ sagt Patrick Melcher.

Er sei auch stolz auf Freiburg gewesen, entgegnet Dieter Salomon. Im Grunde seien vor allem die Medien „ausgeflippt“: „Man muss sich fragen, was ist in der Medienlandschaft los?“ In Freiburg seien viele genervt gewesen von dem Hype. Einig sind sich Patrick Melcher und der OB in der Sorge angesichts etlicher weltpolitischer Entwicklungen. Erst recht am Vorabend der Einführung eines amerikanischen Präsidenten, der, wie es Dieter Salomon ausdrückt, „alle Regeln des menschlichen Miteinanders missachtet“. Weingarten dagegen lobt er: „Hier leben viele Nationen und kriegen es toll hin.“