bi4w – Leserbrief (29.11.2015)

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bi4w – Leserbrief  (29.11.2015)
zu „Machtfrage in Weingarten“ (BZ 15.11.2015) und zu „Unfrieden in Weingarten“ (BZ 24.11.2015)

„Machtfrage in Weingarten“ (BV/Forum) – das hat grade noch gefehlt. Haben sich zwei verhakt im Streit um Alleinvertretungsansprüche? Weingartendarsteller in Front? Der Stadtteil ist anders unterwegs: Konzerte, breite Erfahrungen im Zusammenleben, dickhäutige Gleichgültigkeit gegenüber Vorurteilen, oft abgehängt, doch mit Bewusstheit für den eigenen Wert. Seine Not im Fokus der vermeintlichen Alleinakteure? Repräsentiergehabe: Machtfrage als Karikatur. Abseits polarisierten Theaters gehen ist möglich und nicht sinnlos, bi4w zeigt es.

Fragen an die gesamte Sozialarbeit im Viertel: Oft wenig Zutrauen in die eigene Arbeit? Gelegentlich eine zu negative Sicht auf ihre Klientel? Mitleidig, leicht abwertend gegenüber den „Übrigen“, den Nicht-Klienten? Verleitet „Gemeinwesenarbeit“ dazu, den ganzen Stadtteil als Klienten zu sehen, sich mit großem Gefühl von Zuständigkeit gar „mächtig“ zu fühlen, in Betreuungshaltung der Gesamtbevölkerung gegenüber zu geraten? Kommt der Einzelklient zu kurz? Zuviel Komm-, zu wenig Bringorientierung? Trotzdem: Sozialarbeit ist notwendig.

Der BV: Bürgervertretung? Nein, ein Verein. Ein kleiner, wenig Aktive, strebt Macht an, öfter mit Scheingeltung zufrieden, rühmt sich gern eines roten Telefons zum OB, vieles gerät zur Egonummer. Wer sich initiativ mit wichtigen Akteuren überwirft: nicht nur mit dem Forum, seit 1989 sozial integrativ tätig, auch mit der Kirche, wichtiger sozialer Akteur seit Stadtteilgründung, und mit Engagierten im BV und VS – wer es sich mit so vielen verdirbt, und wer die Spaltung des BV-Gebiets in zwei Vereine mit provoziert hat: hat der kooperativ alles richtig gemacht? Zu erklärter Kooperation taugt kein Rücktrittsschreiben mit vielen Seiten Schuldzuweisung an die Anderen, aber ohne jede Silbe Selbstkritik.

Was braucht es? Offene Diskussion, kein „Im Konfliktfall entscheidet die Zuschussgeberin“, kritischen Dialog: Bedarf, Profil? Fachliche Stimmen, Erfahrungen aus anderen Städten. Keine unöffentlichen Einflüsterungen bei Stadt und GR, oft genug im Gegensatz zu öffentlichen Reden. Und am Ende ist’s frau nicht gewesen, der BV ja „nicht Vertragspartner“. Das Bewusstsein in der Stadt, jeder Stadtteil hat Funktionen für die gesamte Stadt, manche zum Vorteil, andere nicht. Weingarten hat’s mit großen sozialen Aufgaben getroffen, bei bis heute spürbar vernachlässigter Infrastruktur. Stadt und GR dürfen sich nicht verführen lassen, Weingarten einseitig durch die BV-Brille anzuschauen. Nicht nur zwei Flaschenhälse, BV und Forum, sehen, von der Stadt noch genährt, wenn sie Post von Bürgern „über den BV/das Forum“ beantwortet. Auch die BZ redet von „zwei Organisationen“. Pluralität im Stadtteil sehen, verschiedene, auch widerstreitende Vorschläge, in ange- und entspannter Debatte. Eine Stadt, die weiß, dass sie im Stadtteil mit dem schönen Namen was zu verlieren und was zu gewinnen hat (s. „Müllspielplatz“).

Reiner Pöhl, Berthold Metz, Beate Pöhl, Sylvia Freudling, Martina Pawellek, Harald Pawellek, Konrad Braun, Michael Hein, Volker Radimirsch, Susanne Drost.

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