03.03.2015: Begehung des „Müllspielplatzes“ mit Vetretern von Stadtbau, Forum Weingarten und BürgerInnen des Stadtteils

03.03.2015: Begehung mit Herrn Dennis Voss von der Stadtbau Freiburg, mit Herrn Michal Grman und Frau Annette Brox von Forum Weingarten, mit Bewohnern der Krozinger Str. 52 und UnterzeichnerInnen des Briefes von bi4w vom 08.09.2014 zur Beseitigung des Müllplatzes zwischen zwei Spielplätzen in der Krozinger Straße
(Text dieses Briefes vom 08.09.2014)
Direkter Anlass für die Begehung – es nahmen etwa 25 Personen teil – war, eine Lösung für das Müllproblem in der Krozinger Str. 52 zu finden. Das Müllhaus für die Krozinger Str. 52 befindet sich direkt zwischen zwei Spielplätzen. Die UnterzeichnerInnen des o.g. Briefes sehen in dieser Lage des Spielplatzes eine unerträgliche, nicht hinnehmbare Belastung für die Kinder durch den Müll. Sie gehen deswegen davon aus, dass die Müllentsorgung der Krozinger Str. 52 nur in Verbindung mit der Belastung für die Kinder auf den Spielplätzen gesehen und diskutiert werden kann; sie wurden – nachträglich – zu dieser Begehung eingeladen.
Was ist von dieser Begehung festzuhalten?

1. Nach einem halben Jahr tut sich endlich was. Vielleicht.

2. Frau Rasem, die ihre Teilnahme bei der Begehung als Vertreterin der Bürgermeisterin Frau Stuchlik angesagt hatte, ist nicht erschienen.

Dies ist zum einen sehr bedauerlich, weil Frau Bürgermeisterin Stuchlik mit ihrem Dezernat II sowohl für Abfall- und Umweltfragen wie auch für die Belange von Jugend, Schule und Bildung und somit für die beiden im Konflikt stehenden Aspekte zuständig ist.

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HIERZU NACHTRAG von bi4w vom 04.04.2015:
Frau Rasem, Mitarbeiterin im Büro von Frau BMin Stuchlik, hat dazu auf unseren Brief an Frau Stuchlik vom 31.03.2015 am 02.04.2015 geantwortet:
Sie sei tatsächlich an besagtem Tag an Ort und Stelle gewesen – habe diesen nach ca. 3 Minuten Verspätung auch gefunden. Vor Ort habe sie dann 15 Minuten gewartet und sei immer wieder um das Gebäude herum gegangen, um die Gruppe vielleicht doch noch ausfindig zu machen. Die Aussage, dass sie nicht erschienen sei, ärgere sie sehr.
Wir verstehen das sehr gut, weil es einigen von uns, von bi4w, ähnlich erging. Die Beschreibung ist für uns sehr gut nachvollziehbar. Wir selber, an den falschen Ort einbestellt, hatten aber das Glück, dass wir die Gruppe am Platz der Besprechung noch finden konnten.
Wir freuen uns jetzt natürlich sehr, zu hören, dass dieses Nichtteilnehmen von Frau Rasem an der Begehung offenbar keinesfalls Desinteresse seitens der BMin bedeutet.
Wir sind sehr interessiert an einer künftig konstruktiven Entwicklung in der Angelegenheit „Müllspielplatz“.
(bi4w)
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Zum anderen hatte die ASF schon in einem Brief an bi4w vom 01.10.2014 angekündigt, dass bi4w „in Kürze eine Stellungnahme von Frau Bürgermeisterin Stuchlik zum angesprochenen Thema erhalten“ wird. Von Frau Stuchlik, der vorgesetzten Stelle von ASF, ist allerdings bis heute kein Brief eingegangen. So steht auch nach fast einem halben Jahr eine Stellungnahme zu diesem Thema von Frau Stuchlik aus.

Die Gelegenheit, dies bei der Begehung am 03.03. – wie erhofft – nachzuholen oder sich dabei zumindest mit Gegebenheiten, Argumenten und Beteiligten bekannt und vertraut zu machen, ist bedauerlicherweise nicht wahrgenommen worden.

3. Bei der Begehung zeigte sich, dass die Positionen der Mieter der Krozinger Str. 52 zur Verbesserung ihrer Müllentsorgung und die der UnterzeichnerInnen des o.g. Briefes („Es handelt sich hier nicht um ein Müllproblem, sondern um ein Problem der Missachtung von Kindern“) nicht zusammengingen.

Es entstand auch fast der Eindruck, dass die Initiative der UnterzeichnerInnen des o.g. Briefes für die Kinder jetzt vor allem als Anlass genommen, genutzt wird, die Müllentsorgung zu verbessern. Das Thema Kinder kam von Seiten der Mieter und von Forum Weingarten kaum zur Sprache. Es besteht jetzt das Risiko, dass die Diskussion auf technische und organisatorische Fragen der Müllentsorgung verengt wird. Es ist offenbar leichter, die Sache einfach als Müllthematik zu behandeln, als das schwerer lösbare Dilemma anzugehen. Entsprechend waren Entsorgungspersonen und andere mit der Müllthematik beschäftigte Personen anwesend und äußerten sich immer wieder engagiert zu technischen Detailproblemen der Entsorgung.

Über das Problem der Kinder wurde im Wesentlichen nur auf Drängen der UnterzeichnerInnen des o.g. Briefes gesprochen. Weitere, etwa städtische Personen, die das Interesse und das Leben von Kindern hätten zur Geltung bringen können, waren nicht geladen.

Von den UnterzeichnerInnen wurde vorgebracht,
– dass es sich um ein Problem der Missachtung von Kindern und nicht um ein Müllproblem handelt.
– dass sich durch zusätzliche Aufräumarbeiten die Lage verbessert habe, sei nicht zutreffend , dies wurde mit Fotos von zwei Tagen vor der Begehung belegt.
– dass Kindern auch in Weingarten nicht zugemutet werden dürfte, an einem Müllplatz aufzuwachsen und ihre Freizeit dort zu verbringen.
– dass es nicht angehe, dass die Anwesenden bei der Begehung an dem Abend der Begehung schnell der Aufforderung folgen sollten, sofort und direkt auf dem Gelände Lösungen vorzuschlagen, die doch eher von einem Gartenbauarchitekten (und nicht von Laien) kommen müssten, sondern dass Architekten beauftragt werden müssten, einen Vorschlag auszuarbeiten, und dass es nicht reiche, dass „Schlosser“ beauftragt werden, ein anderes Müllhäuschen bzw. Verkleidungen dafür zu bauen.
– dass vorgeschlagene Lösungen schnell als undurchführbar abgetan werden.

4. Es zeigte sich im Gespräch auch, dass der Müllplatz vor Jahren aus der Nähe des Hauses Krozinger Str. 52 „wegen des Gestanks“ an den jetzigen Ort weggerückt wurde, nämlich zwischen die beiden Kinderspielplätze. Die Lasten weg von den Bewohnern hin zu den Kindern: jetzt haben die Kinder den Dreck.

5. Es wurde deutlich die Verantwortung des Forum Weingarten als Träger der Kinderspielplätze angemahnt, sich nicht nur für die Interessen der Mieter bezüglich Müllentsorgung Gedanken zu machen, sondern sich ebenso stark für die Lage der Kinder zu engagieren, hier Verantwortung zu übernehmen und dies nicht wie die vergangenen Jahre weiter zu dulden.
Mehr als ¾ der Redebeiträge, auch von Mitgliedern des Forum Weingarten, widmeten sich dem Thema Müll und nur wenige dem Anliegen der Kinder. Eine Betrachtung beider Seiten der Medaille war nicht gegeben.
Dass das Forum Weingarten in den vergangenen Jahren die eigene Verantwortung für ein würdiges Aufwachsen der Kinder durch Duldung dieses Müllplatzes nicht wirklich wahrgenommen hat – und das als Träger der Spielplätze –, wurde sehr deutlich. Dies qualifiziert das Forum nicht als guten Makler in dieser Angelegenheit. Es ist nicht in Ordnung, hier Makler in eigener Sache sein zu wollen. Die Argumente und Vorgehensweisen von Forum Weingarten-Vertretern klingen sehr schnell nach Verteidigung der althergebrachten Versäumnisse. Auch das schnelle, äußerst ungeduldige Drängen auf „Lösungen“ wirkt eher als Drüberweggehen. Ein offenes Suchen und Sprechen über den weiteren Weg wird dadurch erschwert.
Auch das übliche Verfahren, die Kritik in Richtung Stadtbau zu kanalisieren, ist auf Grund des eigenen Beteiligtseins nicht überzeugend.
Das Forum Weingarten hat als Träger des Spielplatzes die unwürdige Sache hingenommen und dann über viele Jahre geduldet. Diese Konstellation erlaubt nicht, dass das Forum sich jetzt als Makler in der Sache anbietet und Lösungsvorschläge managen will. Auf der einen Seite Makler und auf der anderen Seite Mitverursacher und Dulder in dieser Sache zu sein, ist nicht kombinierbar. So prallte bei manchen Forum-Vertretern eine Argumentation pro Kinder und contra Müllspielplatz einfach ab, was auch an diesem Abend deutlich zu beobachten war. Ein anderes, neutrales oder allparteiliches Konfliktmanagement ist nötig.

6. Was wurde begonnen, welche Vorschläge wurden jetzt, ein halbes Jahr nach der ersten Begehung gemacht?
– Abfuhr des Mülls in dichteren Intervallen
– die gelben Säcke wöchentlich, nicht 14-tägig zu holen
– ein Schlosser soll das Müllhaus verkleiden
– größere Müllbehälter sollen eingestellt werden
– ?
Insgesamt soll – so die Hoffnung – wohl alles etwas erträglicher werden. Dass dieses Problem an der Stelle durch derlei kleinteilige Maßnahmen in den Griff zu bekommen ist, widerspricht aber hier der Erfahrung seit vielen Jahren. Es soll halt etwas weniger sichtbar, verschönert werden. Der Gedanke, dass der für den alten Ort beklagten, vermuteten Geruchsbelästigung für die Mieter durch derlei Maßnahmen nicht wirklich entgegengetreten werden kann, wurde nicht weiter verfolgt; ebenso wenig, dass diese jetzt den Kindern zugemutet wird. Diese Geruchsbelästigung für die Mieter erschien unstrittig und sei unzumutbar war, wurde betont. Was diese für die Kinder bedeutet, blieb sehr wenig beachtet.

Am Ende wurde ein Vorschlag besprochen, gegenüber dem Haus Krozinger Str. 52 am Rande des neuen Radwegs, angelehnt an eine Mauer, Müllhäuschen wie in der Bugginger Str. 2 und 50 und im Binzengrün 9 zu bauen. Dagegen wurde von Herrn Voss eingebracht, die verschiedenen Grundstücke (von Stadt und Stadtbau) ließen das wohl nicht zu. Frau Brox brachte ein, dass es Beispiele von Grundstückstausch in der Stadt gebe, neigte aber später der Meinung zu, dass das wohl (eher) nicht gehe – warum auch immer. Außerdem redeten einige Bewohner lautstark dagegen: „wegen des Gestanks je nach Windrichtung“. Dass diese Häuschen aber doch einen größeren Abstand zum Haus hätten (wie etwa in der Bugginger Str. 2 und 50 und im Binzengrün 9) wurde nicht wirklich bzw. nicht gerne gehört.

7. An diesem Abend war der bekannte Weingarten Blues in vielen Varianten zu hören: Es geht halt nicht, es geht halt nicht anders, wir würden schon gern, natürlich wollen wir „Lösungen“, wer unsere „Lösungen“ nicht versteht, stört … Viel wird zu Müll gesprochen, wenig zu den Kindern – die in Weingarten doch so erfreulich zahlreich sind!

8. Es soll – so schlug es Michal Grman vor – eine neue Begehung mit Personen geben, mit denen besprochen werden kann, ob das Grundstück doch zur Verfügung gestellt werden kann.
(Unsere Frage: Sollen auch Kinderinteressen vertretende Personen eingeladen werden: Prof. Blinkert, Prof. Schuchmann?)

9. Weitere Optionen:
– bei Juristen und städtischen Verwaltern eruieren, unter welchen Bedingungen Möglichkeiten zum Grundstückstausch bestehen;
– Frau Bürgermeisterin Stuchlik ansprechen;
– Stadtrat Prof. Schuchmann ansprechen, der sich als Kinderarzt ja schon kurz geäußert hat, ebenso sowie Prof. Blinkert (nach dessen Einschätzung eine öffentliche Debatte wahrscheinlich notwendig sein würde) – siehe auch Erste Reaktionen: Aktivität im Stadtrat, Bestürzung aus der Wissenschaft
– Noch einmal alle Stadträtinnen und Stadträte informieren, besonders jene, die uns gegenüber ihr Interesse an der Sache mitgeteilt haben.

05.03. 2015 Berthold Metz

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